Seeräuber handeln mit Buchstaben
Bild: Poschmann
Zum 35. Geburtstag der Förderschule hatten die Schüler eigens ein Piraten-Musical auf die Bühne gebracht.
Bild: Poschmann

„Wie schnell doch die Zeit vergeht“, sagte Marie-Luise Wille, die die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache leitet. „Bei der vorigen Feier gab es mit Landrat Dr. Olaf Gericke nur einen, der Weitblick bewies. Er glaubte nicht nur an den 35. Geburtstag, sondern er prophezeite uns sogar den 40..“ Es habe im Laufe der Jahre viele Veränderungen gegeben. Eines sei jedoch gleich geblieben: „Die Schule wird von Eltern geschätzt und von Kindern gern besucht. Das macht uns stolz und gibt den Antrieb, auf das 40-jährige Bestehen hinzuarbeiten.“

Schule hat Zukunft

Wille begrüßte neben dem Landrat viele weitere Gäste, wie Schuldezernentin Brigitte Klausmeier, die Vorsitzende des Schulausschusses Hannelore Dufhues und den Schulleiter des Paul-Spiegel-Berufskollegs Udo Lakemper. „Ihre Kinder sind hier in besten Händen“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke und wandte sich an die Schüler: „Seid herrlich verrückt, wild, frech und wunderbar.“ Vor Jahren sei der Bestand der Schule nicht gesichert gewesen. „Doch diese Schule hat Zukunft und wir sind stolz, dass wir im Sturm der Debatten die Schule erhalten haben. Und natürlich werden wir auch den 40. Jahrestag feiern.“ Inklusion sei nicht gegen Förderschulen machbar, sondern nur mit ihnen. „Dafür werden wir kämpfen.“

Schreckliche 50

Im Anschluss an die Grußworte von Lisa Hese vom Mütterzentrum, die für den Nachmittagsbereich verantwortlich zeichnet, stand die Musical-Gruppe der Schule auf den Bühnenbrettern. Kein Schiff war in Sicht, keine Wolke am Himmel zu sehen, aber einen Bärenhunger hatten die jungen Piraten, die zum Soundtrack „Fluch der Karibik“ auf die Bühnenbretter kamen. „Jetzt ein Fischstäbchen, einen Rollmops oder Schokolade“, sagten die Sprösslinge und hatten schnell die Lacher auf ihrer Seite. Als „Schreckliche 50“, die mitsamt dem Stinkenden Stefan, Käpt’n Knud und Klaus Klabautermann die Meere unsicher machten, begaben sie sich auf einen Raubzug mit überraschendem Ende: Auf einer vermeintlich unbewohnten Insel lernten sie die Ureinwohnerinnen kennen, die ihnen eine Schatzkiste überreichten. In der Kiste befanden sich keine Goldstücke, sondern Buchstaben. Die Piraten lernten lesen und schreiben und verdienten fortan ihr Geld nicht mehr mit der Seeräuberei, sondern mit dem Verkauf ihres Wissens.

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