Senioren sollen Streit in Schulen schlichten
Bild: Reckeweg
Ellen Karnstedt-Scheffer sucht noch weitere Mitstreiter.
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„Seniorpartner in School ist ein Projekt für Senioren, die sich nach ihrer Berufsphase ehrenamtlich engagieren wollen“, so Karnstedt-Scheffer. Eine pädagogische Vorbildung sei nützlich, aber keine Voraussetzung. Rentner ab 55 Jahren würden in einem Workshop zu Mediatoren ausgebildet. Anschließend gingen sie zu zweit vier Stunden wöchentlich in eine Schule. Dort helfen sie den Kindern in einer Sprechstunde, Streitereien gewaltfrei und selbstständig zu regeln.

Deutschlandweites Projekt mit Standorten in Warendorf und Beckum

„Für das deutschlandweite Projekt möchte ich einen Standort für Warendorf, Soest und Beckum aufbauen und suche Interessierte, die sich zum Mediator ausbilden lassen wollen“, so Karnstedt-Scheffer. „Als Lehrerin hatte ich kaum Zeit für kleine Probleme der Schüler“, freut die 70-Jährige sich auf ihren Einsatz. „Nun kann ich Schule unter einem anderen Blickwinkel erleben und habe Zeit, mich mit den Kindern auseinanderzusetzen und mich um sie zu kümmern.“

Konfliktlösungen erarbeiten und an Kinder weitergeben

Das Ziel sei, nicht nur gemeinsam in einem Gespräch Konfliktlösungen zu erarbeiten, sondern die Methode auch an die Kinder weiterzugeben. „Dann können sie eigenständig eine Lösung entwickeln.“ Durch die Senioren hätten die Schüler außerdem einen Ansprechpartner außerhalb des Unterrichts. Die Mediatoren hätten Schweigepflicht und könnten den Kindern mit ihrer Lebenserfahrung helfen. „Wir möchten eine Brücke zwischen Enkeln und Großeltern bauen und das Schulklima verbessern“, so Karnstedt-Scheffer. Außerdem wahrten die Senioren den Schulfrieden.

Verpflichtung über anderthalb Jahre

Natürlich würden die Mediatoren nach der Schulung nicht alleingelassen. „Der Verein hilft, eine Schule zu finden, man kann aber auch selbst eine suchen, die Schulform ist egal.“ Die Senioren verpflichteten sich, eineinhalb Jahre als Mediator zu arbeiten. „Die Schulung wird vom Verein finanziert und während der Praxisphase gibt es 20 Stunden Fortbildungen und Supervisionen“, erklärt Karnstedt-Scheffer. Für die Mediatoren sei die Ausbildung kostenfrei, es handele sich aber um ein Ehrenamt, das nicht vergütet werde, betont sie.

Informationen zu Warendorf, Soest und Beckum bei Ellen Karnstedt-Scheffer unter  Telefon 02527 / 550 oder e.karnstedt@t-online.de

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