Sparkasse 2017 mit schmalerem Gewinn
Der Vorstand der Sparkasse Münsterland Ost (v. l.): Vorstandsvorsitzender Markus Schabel, die Vorstandsmitglieder Klaus Richter und Peter Scholz sowie das stellvertretende Vorstandsmitglied Roland Klein.

Dennoch musste er von einem „Wendepunkt“ berichten, denn zum ersten Mal seit 2004 sank der Jahresüberschuss. „Die Niedrigzinsen haben unsere Erträge immer weiter aufgezehrt. Wir haben diese Verluste durch Einsparungen und mehr Provisionserlöse nur zum Teil ausgleichen können“, erläuterte Schabel die Zahlen.

Gleichwohl sei die Sparkasse weiterhin in guter Verfassung. Dank rechtzeitiger Weichenstellungen behaupte das Institut seinen Platz unter den erfolgreichsten Sparkassen. Demnach wuchs die Bilanzsumme leicht um 1,6 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro an. Bei einem Kundengeschäftsvolumen von 16 Milliarden Euro liege das Betriebsergebnis vor Steuern mit 109,9 Millionen Euro (1,21 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme; Vorjahr: 1,25 Prozent oder 112,1 Millionen Euro) erneut über dem Schnitt aller Sparkassen.

Die gegenwärtige Konstitution dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesamte Bankenbranche vor einem strukturellen Ertragsproblem stehe, mahnte Schabel: „Die andauernde Niedrigzinsphase belastet unsere Ertragsseite – insbesondere im Einlagengeschäft.“ Die Zinserträge würden weiter zurückgehen.

Abfedern konnte die Sparkasse diesen Rückgang mit einem Zuwachs im Provisionsüberschuss, vor allem aus dem Wertpapiergeschäft. Aber auch ihre „Sparpolitik“ müsse die Sparkasse fortsetzen, unter anderem durch eine geänderte Filialpolitik. Bis zum Jahr 2020 sollen rund 80 Stellen sozialverträglich abgebaut werden. Im Vorstand soll die Stelle des ausgeschiedenen Wolfram Gerling nicht wieder besetzt werden.

Unter dem Strich blieb der Jahresüberschuss mit 18 Millionen Euro (Vorjahr 20 Millionen Euro) „auf hohem Niveau“ findet Schabel. Angesichts des „Ergebnisdrucks“ werde die Sparkasse daran arbeiten, höhere Provisionsüberschüsse zu erzielen, die Kosten weiter zu senken und das Kreditgeschäft noch auszubauen.

Mehr zum Thema in der Kreis-Ausgabe der „Glocke“ in der Ausgabe am 20. April.

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