„Spaßfaktor“ verlockt Jugend zum Trinken
Viele Jugendliche sind „anlassbezogene Spaßtrinker“. Das ist das Ergebnis einer Befragung von sogenannten „Freilufttrinkern“ durch die Arbeitsgemeinschaft für Suchtvorbeugung im Kreis Warendorf.

Dass eine Vielzahl junger Menschen vor allem an den Wochenenden reichlich Alkohol konsumiert, ist hinlänglich bekannt. Über ihre Beweggründe gibt es jedoch bis dato mehr Vermutungen als gesicherte Erkenntnisse. Befragt wurden von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft junge Menschen an ihren Treffpunkten. Ausgefüllt werden sollte ein kurzer Fragebogen, der - neben den Trinkmotiven - auch das Geschlecht, das Alter und die Nationalität der jungen „Freilufttrinker“ im Kreis Warendorf erfasst. Insgesamt wurden 144 Personen befragt. Knapp 60 Prozent, insgesamt 84, waren Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Laut Manfred Gesch, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft-Suchtvorbeugung im Kreis Warendorf, habe sich gezeigt, dass sehr viele Jugendliche Alkohol zur Verbesserung ihrer Stimmung einsetzten: „Sie trinken Alkohol vor allem, um Spaß zu haben, aber auch, weil es dazugehört, so beispielsweise an Geburtstagen, zu Silvester oder bei anderen besonderen Anlässen.“ Getrunken werde aber auch in nicht unerheblichem Ausmaß, um negative Gefühlszustände zu bekämpfen, um beispielsweise mit Langeweile fertig zu werden, Probleme besser ertragen zu können oder um Frust und Ärger vorübergehend vergessen zu können.

Alkohol kann schnell zur Gewohnheit werden

Manfred Gesch: „Ein solches Trinkverhalten kann schnell zur Gewohnheit werden und schließlich auch zur Alkoholabhängigkeit führen.“ Die Umfrage war zwar nicht repräsentativ – allerdings gibt sie aufschlussreiche Einblicke in das Alltagsleben junger Menschen im heimischen Raum. Lediglich ein Viertel der Befragten zwischen 14 und 18 Jahren gab an, gar keinen Alkohol zu trinken. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse, so der Sprecher der AG-Suchtvorbeugung, gelte es vermehrt, spannende, bedürfnisorientierte und niederschwellige Freizeitangebote für junge Menschen zu schaffen, ihre Problemlösungskompetenzen zu verbessern und die jugendgerechte Aufklärung über Alkoholkonsum und seine Folgen zu verstärken.

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