Telgter entwickelt nützliche Helferlein
Bild: Pieper
Der 23-jährige Jan Kassner macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker. in seiner Freizeit entwickelt er nützliche Applikationen für Smartphones.
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Jan Kassner sitzt an einem Tisch im Wintergarten und zeigt seine neueste Applikation auf seinem Smartphone: einen Einkaufszettel fürs Handy. Praktisch für den Alltag soll der sein – schnell und einfach. „Einkaufszettel-Apps gibt es viele“, sagt Kassner. „Aber ich wollte es anders machen.“ 40 000 Nutzer haben die Anwendung inzwischen heruntergeladen. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der Auszubildende. Zu Beginn seien es nur Freunde und Bekannte gewesen, die die App nutzten. Zehn Downloads pro Tag kamen Kassner schon viel vor, doch dann wurden es immer mehr. Per E-Mail bekommt er Rückmeldungen und Vorschläge für neue Updates oder Funktionen. „Das Feedback ist enorm wichtig, da man selbst den Blick dafür verliert“, erzählt Kassner.

Sechs bis acht Stunden die Woche widmet sich der 23-Jährige dem Programmieren. „Das macht richtig Spaß!“, sagt er. Kassner weiß, dass er einer der wenigen ist, die nach der Schule in Richtung Informatik gegangen sind. „In der sechsten oder siebten Klasse habe ich mit dem Programmieren angefangen“, sagt Kassner. Zunächst erstellte er Websites, später Apps. Die Programmiersprache Java hat er in der Schule gelernt. Mit dem Abi machte er einen Zusatzabschluss zum Informationstechnischen Assistent. Ein Informatikstudium brach er jedoch ab. „Mir fehlte die Praxis“, sagt Kassner.

Praktische Erfahrung sammelt er nun neben seiner Ausbildung auf eigene Faust. Seine erste eigene App war ein Spiel. „Das war ein guter Einstieg, um ein bisschen zu üben.“ Er habe ein Levelsystem für das Spiel entwickelt und es von Freunden testen lassen, sagt Jan Kassner. Auch für ihn sei es am Anfang schwierig und manchmal frustrierend gewesen, doch er habe durch Praxis und Übung einen Punkt erreicht, ab dem es leichter werde. „Man braucht das Basiswissen“, sagt er. „Dann ist es learning by doing. Ich lerne jedes Mal dazu.“

Neben der einfachen Bedienung lege er bei seinen Apps viel Wert auf Datenschutz, sagt Jan Kassner. Und bei seinen Applikationen bleibt es längst nicht bei einer Version. Für seine Einkaufszettel-Anwendung hat er ein großes Update geplant. So soll es bald möglich sein, Einkaufszettel auch an andere User der App zu verschicken.

Dass er hohe Ansprüche an den Datenschutz hat, mache dieses Update komplizierter. Einem Austausch der Daten müssten beispielsweise erst beide Personen ausdrücklich zustimmen. Jan Kassner möchte es auch dabei benutzerfreundlich halten und vermeiden, dass die User von komplizierten Datenschutzrichtlinien erschlagen werden.

Herunterladen können Nutzer die Apps von Jan Kassner im Google Playstore – und zwar kostenlos. „Ich muss nur eine einmalige Entwicklergebühr bezahlen, um die Apps dort hochladen zu können“, erklärt Kassner. Neben Spielen und dem Einkaufszettel hat er eine Stoppuhr programmiert und entwickelt für einen Bekannten eine App, in der Orte als GPS-Koordinaten gespeichert werden können. „Ich verdiene damit noch kein Geld“, sagt Kassner. „Noch ist es ein Hobby.“ Der 23-Jährige kann sich jedoch vorstellen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und mit dem Hobby Geld zu verdienen. „Allerdings nur nebenbei“, betont er. Seinen Job würde Kassner dafür nicht aufgeben, dazu sei die App-Branche einfach zu unsicher.

Zu finden sind Jan Kassners Applikationen im Google Playstore und auf seiner eigenen Internetseite unter http://jkg-apps.de.

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