Telgter wollen ihre Kirche retten
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Die Initiative „Rettet die Johanneskirche in Telgte“ ruft zu einem Protest gegen Kirchenprofanierungen im Bistum Münster auf.
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Weil Bischof Felix Genn auf die Schreiben der Gemeinde nicht reagiert hatte, brachten die Mitglieder die Unterschriftenliste am Samstag selbst nach Münster. Begleitet von lautstarkem Glockenläuten und Gesang forderten sie vor allem eins: Mit dem Bischof sprechen zu dürfen. Genn könne aufgrund anderer Termine jedoch nicht vor Ort sein, sagte Dom-Kapitular Hans-Bernd Köppen stellvertretend. Voraussichtlich im Mai werde es nun aber ein Gespräch mit dem Bischof geben können.

Dann möchten die Gemeindemitglieder über die Zukunftspläne der denkmalgeschützten Johanneskirche verhandeln. „Wir glauben, dass die Profanierung ein grober Fehler ist“, sagt Reinhild Singer. Die Gemeinde spricht sich besonders für die örtliche Bedeutung der Kirche aus. Sie werde für die pastorale Familien- und Jugendarbeit benötigt. Von Seiten des Bistums wird hingegen mit Priestermangel und sinkenden Gläubigerzahlen argumentiert.

Kirchenschließungen sind zwischen Rhein und Weser nicht selten.

Immer wieder Proteste wegen Entwidmung von Kirchen

Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und großen Priestermangels haben die katholischen Bistümer in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren schon häufig Gemeinden zusammengelegt. Auch Münsters Oberhirte Felix Genn hat in seiner Zeit als Ruhrbischof in Essen (2002-2009) damit viel Erfahrung sammeln müssen. Wegen akuter Finanzprobleme gab das Ruhrbistum unter Genn fast 100 Kirchen auf, 259 Gemeinden wurden zu 43 Großpfarreien zusammengelegt. Immer wieder regten sich dagegen heftige Proteste. Auch im Münsterland hat es schon mehrere Zusammenlegungen und entwidmete Kirchen gegeben.

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