Trittbrett für die Schulschwachen
Bild: Knöpker
Für die neue Jugendberufsagentur haben am Montag (v. l.) Joachim Fahnemann, Dr. Olaf Gericke und Benedikt Ruhmöller den Kooperationsvertrag unterzeichnet.
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Das wollen Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, das Jobcenter Kreis Warendorf, das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises Warendorf sowie das Jugendamt Ahlen ändern. Gemeinsam ziehen sie an einem Strang, um an den Standorten Ahlen und Warendorf die gemeinsame Jugendberufsagentur an den Start zu bringen. Damit wollen sie junge Menschen unter 25 Jahre künftig unter einem Dach beraten.

Alarmierende Zahlen

An der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf unterstützen die Partnerorganisationen gemeinsam Jugendliche und junge Erwachsene, die Unterstützungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, in allen Fragen um die Themen „Berufswahl“ und „Berufsvorbereitung“ sowie „Ausbildung und schulische Bildungswege“.

Für die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster zeigte Leiter Joachim Fahnemann am Montag die Vorteile auf. „Die Zukunft der jungen Menschen liegt uns am Herzen, es ist uns ein Anliegen, sie umfassend zu beraten und zu betreuen“, machte er deutlich.

Landrat Dr. Olaf Gericke nannte weitere Zahlen und belegte damit die Notwendigkeit des neuen Angebots: „Jedes zweite Studium wird abgebrochen, ebenso jede vierte Ausbildung.“ Das sorge für Frustration bei den Betroffenen, aber auch bei Arbeitgebern, und es koste Zeit und Geld. Von den 2000 zu erwartenden Schulabgängern in den kommenden zwei Jahren seien 800 Bezieher nach dem Sozialgesetzbuch II. „Wir kümmern uns um die Schwächsten, damit keiner verlorengeht“, sagte er.

Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zeigte sich dankbar für das neue Angebot und vor allem die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern. „Nur im Zusammenspiel vieler Partner lassen sich gute Lösungen erarbeiten“, stellte er die positiven Aspekte der Kooperation heraus.

Weitere Standorte

Die Leiterin des Jobcenters, Petra Schreier, unterstrich auch den sozialen Halt durch die Netzwerkpartner. „Wir unterstützen auch nach der Aufnahme der Ausbildung, wenn erforderlich“, sagte sie. Einen präventiven Aspekt sieht sie in der Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern.

In den Räumen der Jobcenter in Warendorf und Ahlen wird die neue Jugendberufsagentur angesiedelt, regelmäßige Sprechstunden und alle sechs Wochen eine „Fallbesprechung“ sollen die Akteure zusammenführen. Als weitere Standorte sind Oelde und Beckum im Gespräch.

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