Unfallfolgen drastisch vor Augen führen
Bild: Poschmann
„Crash Kurs NRW“: Die Auftaktveranstaltung im Kreis Warendorf fand gestern im Paul-Spiegel-Berufskolleg statt, bei der Betroffene von schweren Verkehrsunfällen persönlich berichteten. Erich Nierhoff, Ulrich Rehbock, Dirk Kaldewey, Klaus Weltzlau, Sven Jannemann, Pfarrer i. R. Friedrich Vogelpohl, Unfallopfer Jörg Heichel, Landrat Dr. Olaf Gericke und Clemens Wagner (v. l.) sind vom Erfolg der Veranstaltung überzeugt.
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Der Grund: Überproportional häufig sind vor allem junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren in schwere Unfälle verwickelt - Tendenz steigend. Allein im Kreis Warendorf starben auf den Straßen in diesem Jahr bisher schon 17 Menschen bei Verkehrsunfällen. Als Maßnahme zur Vorbeugung wurde daher landesweit der „Crash Kurs NRW“ eingerichtet. Dort lernen die jungen Erwachsenen allerdings nicht, sich wie ein Stuntman im Straßenverkehr zu behaupten. Vielmehr berichten Notärzte, Seelsorger, Polizeibeamte, Rettungsassistenten und Unfallopfer oder deren Angehörige, persönlich vor den Schülern von realen Verkehrsunfällen. Und zwar nicht von Unfällen irgendwo in der Republik, sondern ganz konkret aus dem Kreisgebiet. So erscheinen Bilder von schrecklichen Ereignissen auf Straßen, die der eine oder andere täglich benutzt.

„Ausführungen wirken tief“

Die Schilderungen dazu sind wirklich und emotional – es kommen Menschen zu Wort, die schon oft mit fürchterlichen Folgen von Unvernunft konfrontiert waren. „Die persönlichen Ausführungen wirken tief“, sagte Landrat Dr. Olaf Gericke, der ebenso wie der Kreispolizei-Präsident Erich Nierhoff und Schulleiter Ulrich Rehbock davon überzeugt ist, dass der „Crash Kurs“ zielführend ist und eine Verhaltensänderung bewirken und somit Unfälle vermeiden helfen kann. Die Idee zu dem Projekt stammt ursprünglich aus England. Nach Auskunft von Projektleiter Stefan Mühlbauer, Direktionsleiter Verkehr bei der Kreispolizeibehörde, sind in England die schweren Verkehrsunfälle bei jungen Fahrern um die Hälfte zurückgegangen. Aufgrund dieser Erfolge will jetzt der Kreis Warendorf dieses Konzept großflächig anbieten. Im kommenden Jahr sollen zehn bis 15 Veranstaltungen an den weiterführenden Schulen und Berufskollegs im Kreisgebiet stattfinden.

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