Unternehmer überzeugen mit Erfindergeist
Bild: Oelgemöller

Für ihre Entwicklungen haben sie den Innovationspreis Münsterland erhalten (v. l.): Michael Riesinger (Trialog Medical), Dr. Michael Stranz (Egeplast international), Christian Hagemeister (Klinkerwerk Hagemeister), Josef Vorndieck (Vorndieck Dienstleistungen) und Klaus Dickmänken (Tischlerei Dickmänken). Die Verleihung fand am Freitagabend auf dem Gelände des Unternehmens Münstermann in Westbevern statt.

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In den Räumen des Maschinenbauunternehmens Bernd Münstermann waren etwa 300 Gäste zusammengekommen. Sie alle wollten erfahren, wer sich über die Auszeichnung, die der Münsterland e.V. alle zwei Jahre vergibt, freuen durfte.

Den Sieg in der Kategorie „Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“ sicherte sich ein Produkt, das das Klinkerwerk Hagemeister aus Nottuln (Kreis Coesfeld) und der Fachbereich Bauwesen der Fachhochschule Münster entwickelt haben: der Energieklinker. Durch ihn kann Sonneneinstrahlung nicht nur auf dem Dach, sondern auch an der Fassade genutzt werden. „Über eine Rohrleitung im Klinker wird Flüssigkeit gepumpt, die die Energie weiterleitet“, erklärte Christian Hagemeister. Die ersten Bauvorhaben sollen Anfang 2018 umgesetzt werden, auf dem eigenen Betriebsgelände habe sich der Klinker – der hauptsächlich für die Südfassade gedacht sei – bereits bewährt, führte er aus.

Für recyclebare Hochdruckrohre ist der Rohranbieter Egeplast international aus Greven (Kreis Steinfurt) in der Kategorie „Wirtschaft“ ausgezeichnet worden. Tobias Häusler, Moderator des Abends, gab zu, die Technik nicht vollständig nachvollziehen zu können und ließ sich von Entwickler Dr. Michael Stranz auf der Bühne erläutern, was hinter dem Namen „HexelOne XXXL“ steckt. Mit weniger Material komme das intelligente Rohrsystem bei der Herstellung aus und lasse sich außerdem vielfältig einsetzen, unter anderem für Gas und Wasser, erläuterte der Fachmann. Zugleich könnten die Polyethylen-Rohre Stahl- und Gussrohre ersetzen und ermöglichten so nachhaltiges Bauen – ein würdiger Preisträger, befand Häusler.

Mit dem digitalen Schreibbrett „Juma“ überzeugte das Unternehmen Trialog Medical aus Münster die Jury in der Kategorie „Start-up Unternehmen“. Sowohl in der vollstationären als auch in der ambulanten Pflege komme das System zum Einsatz, erklärte Michael Riesinger die Entwicklung. Dieses hat jedoch nicht nur einen Touchscreen und eingebaute Messvorrichtungen, es interagiert zugleich mit der Pflegekraft und weist diese beispielsweise auf Gesetzesänderungen hin. Außerdem erfasst, prüft und archiviert „Juma“ die eingegebenen Daten.

Kleine Betriebe mit großen Ideen

25 Jahre nach der ersten Ausschreibung des Innovationspreises Münsterland gab es in diesem Jahr eine Neuerung: Mit den Kategorien „Klein und pfiffig“ und „Digitale Geschäftsmodelle“ beträgt die Zahl der Preisträger nun fünf. Ein kleines Unternehmen mit einer großen Idee – das ist laut der Jury der KFZ-Betrieb Vorndieck aus Ibbenbüren (Kreis Steinfurt). Mit dem „CarCaddy“ erleichtert Inhaber Josef Vorndieck das Abschleppen. Dafür benötigt er lediglich seine Erfindung, die einem Fahrradträger gleicht, der auf der Anhängerkupplung aufgesetzt wird. Mit ihr kann er andere Autos mit wenigen Handgriffen abschleppen, ein Anhänger ist nicht mehr nötig, erklärte er.

In der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ siegte die Tischlerei schrankwerk.de – Dickmänken aus Rheine (Kreis Steinfurt). Bequem von zuhause aus lassen sich Schränke des Unternehmens planen. Das Team um Klaus Dickmänken setzt die Wünsche anschließend um, „millimetergenau“, erklärte der Preisträger. Und fügte hinzu: „Mit der Stückzahl eins.“

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