Urteil: Schulverweigerer muss zum Unterricht
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Ein 15-Jähriger Schulverweigerer aus Einnigerloh muss künftig die Schulbank drücken. Das hat jetzt das Verwaltungsgericht Münster bestimmt.
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Wie der Sprecher des zuständigen Verwaltungsgerichts Münster, Richter Michael Labrenz, am Donnerstag auf „Glocke“-Anfrage erklärte, sei die Klage der Eltern des Jugendlichen abgewiesen worden. Als Begründung für das Urteil sagte Labrenz, dass der 15-Jährige nach dem NRW-Schulgesetz schulpflichtig sei. „Die Eltern haben jetzt dafür Sorge zu tragen, dass ihr Sohn die Schule besucht.“ Sie müssten auf ihn einwirken, damit er den Unterricht besucht, so Labrenz weiter.

Gericht weist Klage der Eltern ab

Dass der Vater aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht dazu in der Lage sei, den 15-Jährigen zum Schulbesuch zu zwingen, ließ das Gericht nicht gelten. „Selbst wenn das so ist, es ist immer noch die Mutter da, die sich darum kümmern kann“, erklärte Labrenz gegenüber der „Glocke“.

Vater und Mutter des Ennigerlohers waren gegen die Schulaufsichtsbehörde der Bezirksregierung Münster rechtlich vorgegangen, weil dieser aus Sicht der Eltern die gesetzliche Befugnis fehle, um sie zu einem bestimmten Verhalten - in diesem Fall, den Sohn zum Schulbesuch zu zwingen - zu bewegen. Dies sah das Gericht in Münster aber anders.

Ordnungsgelder müssen nicht gezahlt werden

Die angedrohten Ordnungsgelder, die die Aufsichtsbehörde den Eltern des Jugendlichen auferlegen wollten, müssen sie jedoch nicht zahlen, wie Labrenz weiter erklärte. „Die Androhung hat das Schulamt aufgehoben“, sagte der Gerichtssprecher.

Als Grund, warum ihr Sohn nicht zur Schule geht, nannte die Mutter zum Prozessauftakt am 17. November, eine Aversion. „Bereits im ersten Schuljahr hat unser Sohn gemerkt, dass ihm die Schule nicht guttut“, berichtete sie damals. „Und dabei ist es bis heute geblieben.“

Sie und ihr Ehemann hätten vergeblich versucht, ihn zu einem regelmäßigen Schulbesuch anzuhalten. Zwingen wollten sie ihn nicht. Seine Schul-Aversion sei sein Persönlichkeitsmerkmal, und das hätten sie als Eltern zu respektieren, sagte die Mutter weiter.

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