Wanderungsverluste tendenziell steigend
Unter Wanderungsverlusten leidet der Kreis seit einigen Jahren. Mehr Menschen packen die Koffer als andere sich entscheiden, im Kreis Warendorf ein neues Leben anzufangen.

Konnte man um die Jahrtausendwende noch auf ein sattes Zuwanderungsplus von 1350 Menschen verweisen, so hat sich das Verhältnis komplett umgekehrt: 2010 verließen 465 Menschen mehr den Kreis als Zuzüge zu verzeichnen waren, 2011 waren es schon 595. Allein der Zugewinn an ausländischen Mitbürgern kann dieses Verhältnis überhaupt noch in der Waage halten. Während immer mehr Deutsche den Kreis verlassen, gibt es bei den Ausländern Wanderungsgewinne von 410 in 2010 und 849 im vergangenen Jahr. Die Gesamtentwicklung ist nicht neu: Bereits 2005 mussten Wanderungsverluste im Kreis Warendorf hingenommen werden, wenn auch mit einem Minus von 279 Bürgern in einem geringeren Umfang, wobei damals auch noch mehr Ausländer das Kreisgebiet verließen als hierhin zu ziehen. Bei 277 049 Einwohnern nahmen im vergangenen Jahr 11 769 Menschen neu ihren Wohnsitz im Kreis, 12 364 packten dagegen ihre sieben Sachen und verließen die Region.

Zuzug aus der Nachbarschaft

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Zugezogenen (7663 in 2011) überwiegend aus der Nachbarschaft, sprich: aus Nordrhein-Westfalen, kommen oder, wenn sie den Kreis verlassen (8610 in 2011), in der Nähe bleiben und sich in anderen Orten von NRW niederlassen. Die größte Einzelgruppe der Zugezogenen aus dem Ausland bilden schon seit längerem Menschen aus Polen – und sie bleiben auch. Der Kreis kann bei 616 Neuankömmlingen aus Polen in 2011 einen Wanderungsgewinn von 317 Menschen verbuchen – ein Jahr zuvor waren es 215. Diese Entwicklung hat sich zwar mit der EU-Mitgliedschaft Polens verstärkt, kann aber auch schon für das Jahr 2000 festgestellt werden. Dabei dürften die Beschäftigungsmöglichkeiten im Pflege- und Betreuungsbereich eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Erst an zweiter Stelle – und mit großem Abstand – sind Zuzüge aus der Türkei zu verzeichnen: 89 Menschen waren es im vergangenen Jahr – aber 100 verließen den Kreis wieder.

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