Zuckerrübe Champion im Klimakampf
Auch auf sandigen Böden gedeiht die Zuckerrübe: Die beiden Sassenberger Landwirte Christoph Wolfslau (l.) und Manfred Hülsmann sind zufrieden mit dem Ergebnis.

Ein Hektar Mais speichert demnach rund 30 Tonnen CO2, recycelt somit den CO2-Ausstoß von rund 250 000 Kilometern Autofahrten und liefert den Jahressauerstoffbedarf für etwa 60 Menschen. Mit im Rennen um einen der führenden Plätze bei der Umwandelung von klimaschädlichem Kohlendioxid in pflanzliche Biomasse ist die Zuckerrübe: Auch sie bindet auf einem Hektar rund 35 Tonnen Kohlendioxid und gibt 26 Tonnen Sauerstoff frei.

Seit drei Jahren Rübenanbau

Landwirt Christoph Wolfslau setzt seit drei Jahren auf die Zuckerrübe: Trotz der sandigen Böden baut er zusammen mit Landwirt Manfred Hülsmann in Sassenberg auf sieben Hektar Zuckerrüben an. Damit bewirtschaften die beiden eine Randlage. Denn eigentlich mag diese Kulturpflanze lieber schwere, nasse Böden. „Wir wollten mal andere Wege gehen“, sagt der studierte Landwirt und blickt über sein Feld, auf dem rund 85 Tonnen Rüben je Hektar heranwachsen. Nach den Regenfällen der vergangenen Woche sieht das Blattgrün sehr frisch aus. „In der Trockenzeit ist das anders. Dann fehlt den Pflanzen Wasser und die Blätter liegen platt am Boden“.

Zuckerbildung

 In dieser Zeit bilden die Pflanzen besonders viel Zucker. Sobald es wieder regnet, investiert die Pflanze ins Wachstum. Die Rüben arbeiten wie kleine Fabriken, in denen der Zucker nach dem Prinzip der Photosynthese ganz natürlich gebildet und gespeichert wird. Schon zehn Zuckerrüben ergeben ein Kilo Zucker und brauchen dafür einen Quadratmeter Boden. Die Zuckerrübe ist damit der Lieferant der höchsten Nahrungsenergie pro Flächeneinheit. Mit einem Wassergehalt von etwa 75 Prozent profitiert sie bei wechselnden Witterungsbedingungen von ihrer guten Wassernutzungseffizienz. Das verdankt sie ihrem mächtigen Wurzelapparat, der bis zu 2,5 Meter in die Tiefe reicht. Zusammen mit ihrer langen Vegetationszeit trägt die Zuckerrübe aktiv zum Wasser- und Bodenschutz bei. Darüber hinaus werden stolze 100 Prozent der Pflanzen verwertet: als Zucker, als Tierfutter in Form von Rübenschnitzeln oder Melasse und als Dünger.

Mais braucht wenig Wasser

Die Maispflanze benötigt dank eines sehr effizienten Transpirationssystems recht wenig Wasser. Fast keine andere Pflanze braucht weniger Wasser zur Bildung von Trockenmasse und Energie. Das macht sie so wertvoll als Nahrungs- und Futtermittel. So reicht ein Hektar Mais beispielsweise für die Ernährung von 37 Schweinen oder sieben Mastrindern. Die Menschen freuen sich stattdessen über Cornflakes oder Maisgrieß. Und als Rohstofflieferant in der Erzeugung von Bioenergie in Biogasanlagen liefert ein Hektar Mais rund 9000 Kubikmeter Biogas. Das entspricht rund 16 Megawattstunden Strom und dem Bedarf von fünf Haushalten.

85.000 Hektar Fläche

Im Kreis Warendorf werden rund 85 000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Auf 13.000 Hektar wird Körnermais und auf rund 12.000 Hektar Silomais angebaut. Die Zuckerrüben wachsen auf rund 160 Hektar im Kreisgebiet. „Wir erwarten eine durchschnittliche Ernte von insgesamt etwa 650 Tonnen Zuckerrüben. Das ist für diesen Sandboden schon recht gut. Die gesamte Ernte geht zur Zuckerfabrik Pfeifer & Langen in Lage“, erklärt der Sassenberger Landwirt Wolfslau.

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