Zuckerrübe als Energielieferant gefragt
Besonders auf schweren, lehmigen Böden wie im Südkreis gedeiht die Zuckerrübe hervorragend. Auf leichtem, sandigen Grund wird der Mais als Futter- und Energiepflanze die Nummer „Eins“ bleiben.

Ursprünglich wurde die Rübe speziell wegen ihres Zuckergehalts gezüchtet – und hat noch immer eine große Bedeutung für die bundesweite Zucker-Produktion. In heimischen Gefilden wächst sie eher selten. Wessel: „Standorte sind mehr im Soester Raum oder in Ost-Westfalen.“ Doch das Blatt kann sich wenden. Wessel selbst hat vor zwei Jahren mit einer Testfläche von zehn Hektar begonnen und nach guten Erfahrungen auf 30 Hektar aufgestockt. Dass die Rüben dem Mais den Rang ablaufen, sei zwar unwahrscheinlich (Wessel: „Mais können wir nicht wegdiskutieren.“), allerdings finde die Pflanze gerade auf den schweren Böden im Süden des Kreises beste Bedingungen vor. Die Zuckerrübe, so Wessel, sei dem Mais im Ertrag um 20 Prozent überlegen, allerdings teurer im Anbau: „Bei der Aufrechnung letztlich plus minus null.“ Während das Sommergetreide allerdings auch in heimischen Gefilden mit zahlreichen Schädlingen zu kämpfen hat, die den Ertrag erheblich beeinträchtigen können, trifft die Zuckerrübe beispielsweise in Vellern auf „jungfräulichen“ Boden, der bisher mit keinen Krankheitskeimen infiziert ist, die der Pflanze schaden könnten.

Rekordjahr 2011

Nach dem Rekordjahr 2011 wurde laut Statistik im vergangenen Jahr NRW-weit mit 75,5 Tonnen je Hektar der zweithöchste Flächenertrag erzielt, der jemals für diese Kulturpflanze ermittelt worden sei. Ausschlaggebend sei die günstige Witterung im Oktober gewesen. Nach anfänglichen, zum Teil intensiven Niederschlägen wurde es zunehmend sonnig und warm. Das bedeutete ideale Wachstumsbedingungen. Bauer Wessel erntete zwar etwa fünf bis acht Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr, zeigte sich dennoch mit dem Ergebnis zufrieden, zumal auch der Zuckergehalt der Pflanzen noch überdurchschnittlich ausfiel.

SOCIAL BOOKMARKS