150 Flüchtlinge in Ahlen angekommen
Bild: Wittmann
Gegen 20 Uhr bog gestern Abend der erste Bus mit Flüchtlingen auf den Schulhof an der Warendorfer Straße ein. Der Bezirksdienst war präsent, ebenfalls ein Sicherheitsdienst. Vorher gab es in der Notunterkunft eine Einweisung des Krankenhauspersonals, das die Erstuntersuchung durchführt.
Bild: Wittmann

Das erklärte gestern Saskia Nielen von der Pressestelle des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der die Regie bei der in aller Eile geschaffenen Notunterkunft des Landes NRW führt. Dass sie „direkt von der Flucht“ kommen, heißt laut Saskia Nielen, dass die Menschen sich beispielsweise entweder selbst als Asylsuchende gemeldet hätten oder von der Polizei aufgegriffen worden seien. Oft kämen auch ganze Busse mit Flüchtlingen in Deutschland an. Es sei davon auszugehen, dass die, die nach Ahlen kämmen, vermutlich noch nicht registriert seien. Das heißt, sie müssen in den kommenden Tagen nochmals mit dem Bus zurück nach Bielefeld gebracht werden, wo sie dann bei der Zentralen Ausländerbehörde erfasst werden.

Damit die ankommenden Asylsuchenden ein Dach über den Kopf und etwas zu essen haben, dafür haben sich die Mitarbeiter der Stadt Ahlen und die von ihnen in aller Eile beauftragten Handwerker und Zulieferer mächtig ins Zeug gelegt – bezahlen muss das alles das Land.

Vor ein paar Tagen ist eine solche Einrichtung nur ein Planspiel gewesen. Stadtbaurat Andreas Mentz saß mit ASB-Mitarbeitern zusammen, um das Vorgehen für „den Fall der Fälle“ durchzugehen. Seit Mittwoch ist sie Realität. Da in der Erstaufnahme in Bielefeld die Kapazitäten erschöpft seien, werden nun Flüchtlinge von dort aus mit Bussen nach Ahlen gebracht. Mit Bauzäunen und Planen wurden die Turnhallen und drei weitere Räume abgeteilt, „das Material wird gerade knapp“, so Stadtbaurat Mentz mit Blick auf die Betten. Die Betten wurden vom ASB beschafft, „da haben wir Lieferanten dafür“, so Kloppenburg. Steffi Klagge von der Flüchtlingsberatung im Bürgerzentrum kümmert sich noch um geeignete Schlafstätten für Kinder. Die Turnhalle wurde mit Dutzenden von Steckdosen nachgerüstet zum Laden der Mobiltelefone – laut Mentz eine wichtige Verbindung zur Heimat, zu Angehörigen und Freunden.

 

Lesen Sie mehr zum Thema Flüchtlinge in Ahlen, und wie die ehemalige Bodelschwingschule mit Hilfe vieler fleißiger Helfer in Windeseile zu einer Notunterkunft wurde in der Ausgabe des Ahlener Tageblatts vom 6. August.

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