200 Kastanien am Corneli-Ring fallen
Achtung, Baum fällt! Und zwar mit Karacho, so dass der Boden unter den Füßen beim Aufschlag vibriert. Große Bäume wie dieser werden im Ganzen umgenietet, da die Äste zu dick sind, um sie zuerst mit der Baumschere zu kappen. Bild: Wittmann

Die sieben Mitarbeiter des Baumfällunternehmens Schumacher aus Lippetal, die in Ahlen Tabula rasa mit der rund 75 Jahre alten Kastanienallee macht, kämpfen mit allen Mitteln. Je nach Größe der rund 200 Kastanien, die wegen Erkrankung an Pseudomonas-Bakterien in dieser Woche beseitigt werden, werden die Waffen gewählt. Entweder fallen sie per Seil, Haken und Ösen, oder Franz Schumacher und sein Sohn Gregor zwicken per Baumschere bei kleineren Bäumen zunächst die komplette Krone ab und lassen diese zwischen den Wohnhäusern durch die Luft schweben bis zu ihrem Landeplatz.

Bei den etwas größeren Kastanien kommt ein Ast nach dem anderen dran. Dann setzen die Forstwirte Markus Reuther und Thorsten Schlierenkämper aus Lippstadt ihre Motorsäge am Reststamm an und geben ihm per Hand den finalen Todesstoß, so dass er krachend fällt und der Boden unter den Füßen vibriert. Ratzfatz wird so einer Kastanie nach der anderen der Garaus gemacht. Und die Zuschauer, meist Anwohner des Bürgermeister-Corneli-Rings und der umliegenden Straßen, wundern sich, wie schnell das alles geht. Es ist noch nicht einmal Mittag, da ist schon mehr als ein Dutzend der Bäume weg.

So sehr das Herz vieler Anwohner an den Kastanien hängt, so sehr lassen sie sich von der Technik der Baumfäller begeistern. „Los, mach schon!“ hört man des Öfteren, Kameras und Handys werden gezückt. „Ich habe jetzt auf Serienaufnahme gestellt“, sagt Sabine Beese, die hier aufgewachsen ist und die Bäume seit 44 Jahren kennt. Und bevor sie auf den Auflöser drückt, gibt sie lachend noch eine Anekdote zum Besten: „Mein Opa ging zur Kastanienzeit hier immer mit Mütze lang – weil ihm mal eine auf die Glatze gefallen ist.“ Ihr Mann Jürgen Beese (56) wohnt seit 51 Jahren im Viertel und kann sich noch gut an seine Kindheit im Herbst erinnern: Er habe die Kastanien aufgesammelt und wie die anderen Jungs auch zum Güterbahnhof zu Wilhelm Beese gebracht, wo es für einen Zentner ein paar Mark gegeben habe: „Das war unser Kirmesgeld.“

Lesen Sie den vollständigen Bericht in der Dienstag-Ausgabe des Ahlener Tageblattes.

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