50-Jähriger gesteht sexuellen Missbrauch

Ein Mechaniker (50) aus Ahlen hat am Montag vor dem Landgericht Münster gestanden, sich in Serie an einem minderjährigen Mädchen vergangen zu haben. Haupttatort der Übergriffe war ein Campingplatz.

Nach Angaben des Angeklagten passierten die ersten Taten, als die Schülerin neun Jahre alt war. „Wir haben erst ein bisschen gespielt, dann habe ich angefangen, sie zu küssen“, gab der Mann mit dem schütteren Haar und dem Holzfällerhemd zu. Sein Wohnwagen auf dem Campingplatz in Telgte stand direkt gegenüber von dem der Familie des späteren Opfers. Der nach einer Scheidung allein lebende Ahlener, selbst Vater von drei inzwischen erwachsenen Töchtern, genoss bei den Campingnachbarn grenzenloses Vertrauen, gehörte so gut wie zur Familie. „Wir haben ihn aufgenommen wie einen Bruder. Er war ein echter Freund“, erinnerte sich die Mutter (41) des Mädchens (heute 14).

Laut Anklage hat der Mechaniker die Schülerin mindestens 40 Mal sexuell missbraucht. Von Tat zu Tat wurden die Übergriffe eindringlicher. Berührungen mündeten in Küsse, Küsse in intimes Streicheln. Schließlich, auch das gab der 50-Jährige zu, habe er das Mädchen sogar massiv bedrängt. Nach jedem Übergriff erinnerte er das Mädchen, dass das Geschehene ein Geheimnis bleiben müsse.

Haupttatort war sein Wohnwagen. Außerdem kam es am Rande von Besuchen oder Familienfeiern nicht nur einmal zu der unfassbaren Szene, dass der Mechaniker unbemerkt das Kinderzimmer der 14-Jährigen betrat und sich dort sexuell an ihr verging. Ein erster Verdacht kam den Eltern der Schülerin im Herbst 2012. Die Mutter: „Sie ist immer frecher und aggressiver geworden, wenn der Angeklagte bei uns zu Besuch war, hat sich regelrecht gesträubt, mit auf den Campingplatz zu fahren.“ Anfangs nahmen die ahnungslosen Eltern den Kinderschänder sogar noch in Schutz. Doch dann offenbarte das Mädchen: Er habe sie immer angefasst. Daraufhin erstatteten Mutter und Tochter im März 2013 Strafanzeige. Die Folgen sind dramatisch: Die 14-Jährige neigt zu Selbstverletzungen, war lange in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Bei einer Razzia fanden sich auf dem PC des Ahleners mehr als 300 kinderpornografische Bilder und Videos von sexuell gequälten Mädchen. Dem bislang noch nicht vorbestraften Mechaniker droht eine empfindliche Gefängnisstrafe.

SOCIAL BOOKMARKS