Abzocke am Telefon: Schockanrufe

Eine Anruferin gab sich als die eigene Tochter aus. Sie sagte, sie habe einen schlimmen Unfall gehabt. Sie selber habe die Lippe verletzt, manchmal sagte die Frau auch, ihr seien zwei Zähne ausgeschlagen worden. Deshalb spreche sie so merkwürdig. Jedenfalls habe sie ein kleines Kind sehr schwer verletzt. Einmal spricht sie von einem offenen Schädelbruch, in anderen Fällen von einem Verkehrsunfall. Das Kind müsse operiert werden und sie benötige dringend Bargeld.

Betrüger haben Erfolg

Am Montag, zwischen 12 und etwa 15.30 Uhr wurden mindestens acht Bürger angerufen. Auffällig war, alle stammen aus Russland. Die Gespräche wurden in russischer Sprache geführt. Meist ließen sich die Angerufenen nicht täuschen. Sie fragten nach oder sagten, dass sie kein Geld zur Verfügung haben. Dann wurde das Gespräch schnell beendet. In einem Fall hatten die Betrüger jedoch Erfolg. Sie verunsicherten ihr Opfer derart, dass die Frau einem ihr fremden Mann einen kleinen vierstelligen Bargeldbetrag übergab. Später stellte sich heraus, dass es die am Telefon vorgespiegelte Notsituation nicht gegeben hatte. Bislang wurden acht Anzeigen erstattet, wobei es in sieben Fällen beim Versuch geblieben ist.

Anschluss in Osteuropa

Einige Opfer haben sich die Telefonnummer, von der aus sie angerufen wurden, aufgeschrieben. Es handelte sich um einen Anschluss im osteuropäischen Ausland. Die Polizei empfiehlt, derartige Vorfälle immer zu melden. Auf diese Weise können sich Ermittlungsansätze ergeben. Derzeit kann allerdings nicht gesagt werden, ob die ausländische Telefonnummer im konkreten Fall zur Ermittlung der Betrüger führen wird. Dennoch ist es für die Polizei wichtig, von allen Taten zu wissen und daraus Hinweise zu sammeln.

Wer einen solchen Schockanruf erhält, kann sich schützen. Angerufene sollten sich vergewissern, wer am anderen Ende der Leitung ist und es überprüfen, beispielsweise durch Rückfragen oder auch durch Rückruf auf bekannte Nummern. Auf keinen Fall sollte Geld an fremde Personen übergeben werden. Im Zweifel helfen die Beamten weiter. Hinweise an die Polizei in Ahlen, 02382/9650.

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