Anonyme Schreiben richten sich gegen NWA
Bild: Jotzeit
In zahlreichen anonymen Schreiben wird über das Ahlener Unternehmen Network World Alliance (NWA) spekuliert.
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Das von dem Ahlener Helmut Spikker gegründete Unternehmen hat am 1. Mai 2010 im Gewerbegebiet Vatheuershof den Betrieb aufgenommen. Unter dem Dach der NWA befinden sich zurzeit 13 Unternehmen. Darunter sind Schwergewichte auf dem Markt des Direktvertriebs wie Pierre Lang, Vie at home und Blue Nature.

In den anonymen Mitteilungen geht es um vermeintliche Engpässe und angebliche Skandale bei NWA, die nicht selten mit persönlichen Verunglimpfungen enden. Wer letztendlich hinter dieser scheinbar gezielten Kampagne steckt, ist offen. Grundsätzlich könnte es sich unter anderem um entlassene ehemalige Mitarbeiter oder aber um Mitbewerber auf dem heiß umstritten Markt des Direktvertriebs handeln.

Dass in einem Unternehmen mit weltweit 1800 Angestellten und rund 220 000 selbstständigen Vertriebspartnern nicht immer alles rund laufe und es durchaus Baustellen gebe, räumte PR-Berater Thorsten Nigge im Gespräch mit dem „AT“ ein. Doch das sei im Wirtschaftsleben nichts Ungewöhnliches.

Als Beispiel nannte er den NWA-Standort in der Schweiz, der auch Gegenstand der anonymen Schreiben ist. „In Altishofen sieht es nicht rosig aus“, gestand Nigge offen ein. Nicht zuletzt durch den starken Schweizer Franken gebe es dort erhebliche Absatzprobleme. „Die Kosten haben sich in den vergangenen Monaten um fast 30 Prozent erhöht“, erklärte er. Dadurch seien schmerzhafte Einschnitte notwendig gewesen. So sei 35 von 80 Mitarbeitern in Altishofen gekündigt worden. „Bei anderen Unternehmen in der Schweiz sieht das nicht anders aus“, machte Nigge deutlich. Die müssten ebenfalls Abstriche machen und sich von Personal trennen.

„Die weitere Entwicklung des NWA-Standorts in der Schweiz ist daher offen“, sagte Nigge. Alles hänge von der gesamtwirtschaftlichen Lage und insbesondere von der Währungspolitik ab.

Duftmaschine läuft und sorgt für Umsatz von 36 Millionen Euro

Entgegen anderslautenden Behauptungen in den anonymen Briefen hat PR-Berater Thorsten Nigge klargestellt, dass die rund zehn Millionen Euro teure und 63 Meter langen Duftmaschine am Standort in Ahlen laufe. Rund 900 000 Flacons mit selbst kreierten Düften seien im ersten Jahr produziert worden. „Damit haben wir einen Jahresumsatz von gut 36 Millionen Euro gemacht“, rechnete Nigge vor.

Dass NWA gut aufgestellt sei, machte er unter anderem an dem zukünftigen Verwaltungstrakt fest, der in der Werkshalle an der Gersteinstraße 7 im Industriegebiet entsteht. „30 Büros werden dort gebaut“, sagte Nigge. Der Großteil der 80 neuen Mitarbeiter komme aus der Region. Aber auch einige Mitarbeiter aus der Schweiz gehörten dazu.

Lob für Verwaltung: Baugenehmigung ratz-fatz erteilt

Ein dickes Lob hatte Nigge in diesem Zusammenhang für die Ahlener Bauverwaltung parat. Die Erteilung der Baugenehmigung sei reibungslos und schnell gelaufen. „Das ging ratzfatz“, so Nigge. Nach dem Eingang der Genehmigung am Mittwoch sei am Donnerstag mit den Umbauarbeiten begonnen worden. „Bis Ende des Monats sind wir fertig“, ist sich der PR-Berater sicher. Die Investition selbst belaufe sich auf einen sechsstelligen Betrag. Zudem seien bei den Auftragsvergaben vorrangig heimische Handwerker bedacht worden.

Als weiteres Indiz für den Aufwärtstrend bei NWA stuft Nigge ein Seminar mit rund 500 Top-Vertriebspartnern am kommenden Wochenende in Ahlen ein. Nach dem offiziellen Programm in der NWA-Werkshalle an der Guissener Straße sei eine mexikanische Nacht im Hof Münsterland als krönender Abschluss geplant. „Davon profitieren nicht nur die Hotels, Bus- und Taxiunternehmen in der Umgebung“, so Nigge, sondern auch die heimische Gastronomie. Und das sei ein gutes Signal für den Standort Ahlen.

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