Anregungen für „schönsten Tag im Leben“
Peter Schniederjürgen
Jasmin Brüggemann, Goldschmiedin aus Münster, zeigt Brautpaaren, wie sie ihre Trauringe selbst anfertigen können.
Peter Schniederjürgen

Damit, dass Ahlen sich zum Corona-Hotspot entwickeln würde, konnte Alfred Bokelmann bei der Planung nicht rechnen. „Doch wir dürfen uns davon auch nicht unterkriegen lassen, mit dem passenden Hygienekonzept klappt das“, gab sich der Ausstellungsveranstalter am Samstag zuversichtlich. So fanden am Wochenende in der Stadthalle die Ahlener Bautage mit angegliederter Hochzeitsmesse statt. Unter Corona-Bedingungen versteht sich, das heißt mit streng überwachter Maskenpflicht, einer gut durchdachten Einbahnstraßenregelung, vielen Desinfektionsmöglichkeiten und sehr üppig bemessenen Abständen zwischen den Ständen war für die Sicherheit gesorgt. Und es durften nie mehr als 100 Besucher gleichzeitig hinein.

„Wir wissen, wer jetzt kommt, hat ein wirkliches Interesse“, sagt Andreas Isaak, Inhaber des gleichnamigen Holzbauunternehmens in Ahlen. Wie die meisten seiner Kollegen hat er kein Auftragsproblem durch die Pandemie. „Doch ist es ein wichtiges Zeichen, auf einer solch lokalen Messe vertreten zu sein“, findet Isaak. Das gilt auch für Hans-Joachim Schoßmeier. Bei dem Unternehmer aus Bünde dreht sich alles ums Wasser. „Mit unserer NASA-Technologie können wir aus Leitungswasser wieder Wasser wie aus der Quelle machen“, erklärt Schoßmeier. Seine Installationen würden Viren und selbst die Rückstände aus Medikamenten aus dem Lebensmittel Nummer eins herausfiltern.

Für die Aussteller im Unter- und Obergeschoss der Stadthalle sieht die Auftragslage schon ganz anders aus. Hier stellten die Hochzeitsausstatter aus. Und die vereint eines: „Wir leiden direkt unter der Pandemie“, macht Damen-Maßschneiderin Elena Gabriel unmissverständlich klar. Sie fertigt Hochzeitskleider nach individuellen Wünschen. Nicht eben billig, aber sehr exklusiv. „Nur wird zurzeit alles auf die Zukunft verschoben“, stellt die Warendorferin fest. Geheiratet wird nur auf dem Standesamt und die große Feier verschoben. Das gilt genauso für die Herren. Der Straßenanzug reicht fürs Amt – der Frack kann warten.

Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, hat sich die „Hobbygoldschmiede“ aus Münster etwas Besonderes einfallen lassen.

Jasmin Brüggemann zeigt, wie Brautpaare ihre ganz individuellen Ringe selbst schmieden können. „Wir bieten Kurse, die ganz eigene Ringkreationen ermöglichen, und die sind dann komplett selbst gemacht“, verspricht die Goldschmiedin. Dabei stehen alle Materialien von Silber über verschiedenen Goldsorten bis Platin zur Verfügung. „Wir begleiten jeden Schritt, so dass es nachher keinen Qualitätsunterschied zum fertig gekauften Ring gibt“, versichert sie.

Wenn es dann endlich soweit ist und die Ringe getauscht werden, sorgt Janina Schlüter aus Welver für das richtige Ambiente. In der Stadthalle gab sie einen Vorgeschmack darauf, wie der Tisch zum „schönsten Tag im Leben“ festlich gedeckt werden könnte. Einfach sehens- und erlebenswert in jedem Fall und auch mit Maske.

von Peter Schniederjürgen

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