Anteilnahme am Schicksal der Coskuns
Bild: Knöpker
Der sportliche Wert des Fußball-Benefizspiels zwischen dem ASK Ahlen und der Spielvereinigung Dolberg am Samstag im Sportpark Nord in Ahlen war nebensächlich. Die zwei Teams liefen mit T-Shirts mit beiden Vereinswappen sowie Foto und Rückennummer des verstorbenen Abdulkadir Coskun auf.
Bild: Knöpker

Fast auf den Tag genau vor drei Monaten war der begeisterte Fußballer und Familienvater im Alter von 34 Jahren gestorben. Mit versteinertem Gesicht, aber äußerlich gefasst, nimmt Derya Coskun die vielen Trauerbekundungen entgegen. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt mit dem Hochzeitsbild. Sohn Kadirkaan (4) und Tochter Ilayda (10) sind, wie viele Angehörige, ebenfalls mit einem schwarzen T-Shirt mit dem Bild Abdulkadirs bekleidet.

„Dieser Tag ist unbeschreiblich schwer für mich, ich bin sehr betroffen“, sagt die Witwe im „AT“-Gespräch. Sie könne das, was passiert sei, noch gar nicht richtig fassen. Gemeinsam mit den Kindern sei sie nach dem Unglück zu den Eltern gezogen. Die Erinnerung an den Ehemann und Vater sei für sie und die Kinder im eigenen Haus zu groß gewesen. „Jeden Stein im Garten hat er selbst verlegt, alles erinnerte mich jeden Tag aufs Neue schmerzlich an den Verlust. Ich hielt es nicht mehr aus“, sagt sie.

Während Kadirkaan jeden Tag von seinem Vater erzähle, spreche die Tochter nicht. Sie verarbeite die Trauer auf ihre Weise. „Jahrelang hat er für uns alles gemacht, auch für die Fußballvereine“, beschreibt Derya Coskun ihren Mann als einen impulsiven, hilfsbereiten Menschen, der für jeden ein offenes Ohr gehabt habe. „Er ist sehr beliebt gewesen, sonst wäre die Veranstaltung heute nicht“, freut sie sich, dass er unvergessen bleiben werde. „Er war meine erste große Liebe. Nach drei Monaten Kennenlernen haben wir vor 13 Jahren geheiratet“, erzählt sie, und zum ersten Mal huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. „Ich danke ihm, dass er mir zwei Kinder geschenkt hat. Für sie bin ich jetzt Papa und Mama. Ich bereue keine Sekunde mit ihm, in unseren Herzen lebt er jetzt weiter“, sagt Derya, und ihre dunklen Augen füllen sich mit Tränen.

Nun sucht die 32-jährige gelernte Erzieherin einen Job. Ihre tiefe Betroffenheit bringen auch Secaattin Akbas als ASK-Chef und Spielvereinigungsvorsitzender Andreas Goleczko zum Ausdruck. „Abdulkadir Coskun hat beide Vereine zusammen gebracht. Ihm zu Ehren werden wir künftig zusammenhalten“, verkünden beide.

Mehr im „AT“ vom 12. September.

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