Asyl: Unterbringung kostet 900 000 Euro 
Bild: Jotzeit
129 Menschen leben zurzeit im Asylbewerberheim am Hermesweg in Dolberg.
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„Nur 339 500 Euro erhalten wir als Landeszuweisung“, rechnete er vor. Die Unterdeckung sei immens. Er hoffe zwar noch auf einen Nachschlag in 2014, doch sicher sei der nicht. Im kommenden Jahr sei zwar eine finanzielle Besserung in Sicht, sagte er mit Hinweis auf entsprechende Pläne der Landesregierung. Doch angesichts der Massenfluchten und kriegerische Konflikte könne sich bis dahin auch noch die Zahl der Asylbewerber kräftig erhöhen.

Aktuell seien in Ahlen 221 Asylbewerber untergebracht, so Schürmeyer. „Die Entwicklung der Zahlen kann ich aber beim besten Willen nicht voraussagen“, bat er um Verständnis. Klar sei nur, dass die Stadt verpflichtet sei, Asylbewerber aufzunehmen.

129 Menschen lebten zurzeit im Asylbewerberheim am Hermesweg in Dolberg, so Schürmeyer. Darunter befänden sich 34 Kinder unter 18 Jahren.

Dass die hohe Belegungszahl zu massiven Konflikten (Ruhestörung, Drogen- und Waffenmissbrauch) führt, hatten zuvor die eindringlichen Schilderungen der Nachbarschaft in der Bürgerfragestunde deutlich gemacht (das „AT“ berichtete.)

„Konzipiert ist das Heim in Dolberg für 166 Plätze“, so Schürmeyer. Die ehemalige Hofstelle sei vor 25 Jahren von der Stadt erworben und mit Zuschüssen hergerichtet worden.

„Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung kümmert sich rührend um die Asylbewerber“, so der Gruppenleiter, zumal die meisten in der Regel kein Wort deutsch sprächen. Seit Montag laufe ein freiwilliges Kommunikationstraining im evangelischen Gemeindezentrum. Des Weiteren sei schon vor längerem eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft des Hausmeisters eingerichtet worden. Aktuell sei geplant, die Wiese neben dem Heim zum Fußballspielen herzurichten, um den Lärm zu reduzieren.

Hohe Erwartungen setzte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller auf ein geplantes Vermittlungsgespräch. „Wir versuchen einen gerechten Ausgleich zwischen den Belangen der Anwohner und Asylbewerber zu bekommen“, sagte er. Hinsichtlich der Hinweise von Anwohnern auf massive strafbare Handlung verwies er auf die Zuständigkeit der Polizei: „Ich stelle mir vor, dass es bei einem Anfangsverdacht zu Ermittlungen kommen wird.“ H

arald Krämer (SPD) pochte darauf, dass die Anwohner nicht im Stich gelassen werden dürften. Ausschussvorsitzender Philipp Gößling (CDU) kündigte an, die geplante Gesprächsrunde zeitnah durchzuführen und die Ergebnisse vorzustellen.

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