Atika: 30 Arbeitsplätze und Standort gerettet
Bilder: Jotzeit

Das Ergebnis der Verhandlungen stellten (v. l.) Stefan Feyer, Robert Bange und Thomas Albert-Schwarte am Montag vor.

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In der Betriebsversammlung im Hof Münsterland wurden am Montag die Einzelheiten bekanntgegeben. Positiv sei, so Robert Bange, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gütersloh-Oelde, dass 30 Arbeitsplätze im Bereich Kundendienst und technisches Büro (Entwicklung und Planung) mit einer Arbeitsplatzgarantie von drei Jahren erhalten blieben, darunter vier Ausbildungsplätze. „Zunächst war nur der Erhalt von 28 geplant“, sagte er bei einem kurzen Pressegespräch am Rande des Treffens.

Verlagert würden indes bis spätestens 30. Juni die Bereiche Administration und Logistik zum Standort Burgau (Landkreis Günzburg). „Diese Mitarbeiter bekommen eine Änderungskündigung mit dem Angebot, nach Burgau zu wechseln“, so Bange. Wer dies ablehne, falle unter den ausgehandelten Sozialplan.

„Die Produktion wird am 30. April geschlossen“, erklärte Bange. Noch im Laufe dieser Woche würden die dort tätigen rund 60 Mitarbeiter eine Beendigungskündigung erhalten. Nach sozialen Kriterien gestaffelt, würde ihnen eine Abfindung gezahlt.

Atika-Geschäftsführer Stefan Feyer wies in diesem Zusammenhang auf die wirtschaftlich angespannte Situation der Maschinenfabrik hin. „Die Atika GmbH hätte die Abfindung nicht zahlen können“, machte er deutlich. Er sei daher froh, dass dafür die Gesellschafterin (Altrad Lescha) eingesprungen sei.

Der Standort Ahlen bleibt erhalten, doch die Produktion wird bis zum 30. April geschlossen. Von den aktuell 119 Mitarbeitern behalten nur 30 ihren Job in Ahlen, darunter vier Auszubildende.
Des Weiteren seien die Weichen für die Gründung einer Transfergesellschaft gestellt worden, so Bange. Diese solle am 1. April starten und zwölf Monate helfen, die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter weiterzubilden.

Ein Einschränkung gab es dazu von Feyer. Dieses Angebot sei zunächst nur eine Option, sagte er. Die Umsetzung sei abhängig davon, wie viele Mitarbeiter letztendlich daran teilnehmen wollten. Grundsätzlich sei er guter Hoffnung, dass das klappe. Sicher sei schon jetzt, dass nach Gesprächen mit der Agentur für Arbeit die Kosten für die Profilierung übernommen würden. Konkret heiße das, es werde Überzeugungsarbeit geleistet, damit die Mitarbeiter das Angebot nutzten.

Betriebsratsvorsitzender Thomas Albert-Schwarte hat daran keinen Zweifel: „Die Transfergesellschaft wird laufen.“

Beim Sozialplan „noch Schippe draufgelegt“

Dass die Zukunft des gesamten Standorts Ahlen durchaus auf Messers Schneide stand, damit hat Stefan Feyer, Geschäftsführer der Atika GmbH, am Montag nicht hinterm Berg gehalten. Schon seit längerer Zeit sei die wirtschaftliche Lage des Ahlener Unternehmen äußerst schwierig gewesen. Aus diesem Grund habe jetzt gehandelt werden müssen. Ansonsten hätte Atika durchaus in die Insolvenz geraten können.

„Wir wollen Atika zukunftsorientiert aufstellen und die Entwicklung vorantreiben“, begründete Feyer die Entscheidung der Geschäftsleitung, die Produktion zu verlagern. Klares Ziel sei, Atika zu einer bekannten Marke zu entwickeln. Und das nicht nur auf dem Segment Betonmischmaschinen. Großen Anteil daran könnten die 30 verbliebenen Arbeitskräfte am Standort Ahlen haben.

Wichtig sei, so Feyer, dass der Standort überhaupt erhalten bleibe. „Ganz im Gegensatz zu anderen Firmen, die komplett schließen“, gab er zu bedenken. So bestünde auf jeden Fall die Möglichkeit, den Standort sogar wieder auszubauen. Nur eine erneute Produktion von Maschinen schloss er mit Hinweis auf die Kosten aus.

Dass es überhaupt eine Einigung gegeben habe, dafür dankte Robert Bange, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gütersloh-Oelde, ausdrücklich dem Vorsitzender Richter des LAG Hamm, Peter Schmidt, auf den sich die Verhandlungsparteien nach einigem Ringen als Vorsitzenden der Einigungsstelle geeinigt hatten. Schmidt habe mit seinem Entwurf die Grundlage für den Kompromiss gelegt, dem letztendlich beide Seiten nach vier, sehr intensiven Treffen zugestimmt hätten. Unter anderem sei damit auch ermöglicht worden, dass beim Sozialplan „noch eine Schippe draufgelegt“ worden sei, so Bange.

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