Austausch über Rattenplage in Ahlen
Bilder: Detlef Peter Jotzeit
Tauschten sich am „Glocke“-Redaktionsmobil in Ahlen über die Rattenplage aus: (v. l.) Marianne Köppe, Ivana Saiti, Gabi Hardt, Tina Möllenhoff, Margret Prinz, Michael Göttfert (Gruppenleiter Ordnungswesen), Heinrich Köppe, Mary Kühn-Schrein, Kati Köppe und „AT“-Redakteur Dominik Lange.
Bilder: Detlef Peter Jotzeit

„Wir ziehen doch alle an einem Strang“, stellte Gabi Hardt fest, in der Hoffnung, dass der Knoten endlich durchschlagen ist. Wenige Minuten vor Beginn der einstündigen Diskussion hat Mary Kühn-Schrein erneut eine für sie erschreckende Entdeckung im Garten gemacht.

„Schon wieder eine Ratte“

„Schon wieder eine Ratte“, weist sie auf eine Lebendfalle in ihrem Garten hin. „Ich halte es nicht mehr aus, bin dem Zusammenbruch nahe“, sagt sie mit Tränen in den Augen. Kurz darauf machen am Redaktionsmobil ein gutes Dutzend Anwohner ihrem Unmut über die Plage und die Verwaltung Luft.

Dass es sich nicht um ein Kurzzeitphänomen handelt, macht Tina Möllenhoff deutlich. „Meine Oma hat vor vier Jahren in dem jetzt leerstehenden Haus gewohnt“, berichtet sie. Schon damals seien die Schädlinge im Haus gewesen – nicht nur im Keller, sondern auch in den Toiletten auf einer Zwischenetage. „Die alten Toiletten wurden einfach mit Holz zugenagelt“, erinnert sie sich. „Eine Bekämpfung der Ratten hat es nicht gegeben.“

Sonst heißt es plötzlich: „Ihr aus dem Rattenhaus“

Direkt betroffen von den Schädlingen ist eine mehrköpfige Familie, die neben dem leerstehenden Haus wohnt. „Es ist einfach schrecklich“, sagt die junge Mutter (Name der Red. bekannt). Öffentlich wolle sie sich nicht zu erkennen geben, erklärt sie mit Hinweis auf ihre Kinder. Sonst heiße es plötzlich: „Ihr aus dem Rattenhaus.“

Ordnungsamt hat Situation im Blick

„Wir schauen uns das jetzt noch diese Woche an. Sollte nichts passieren, beauftragen wir einen Schädlingsbekämpfer für das Haus.“ Dieses Versprechen hat Michael Göttfert (Gruppenleiter Ordnungswesen) am Donnerstag den Anwohnern am Redaktionsmobil der „Glocke“ gegeben. 

Die Stellungnahme des eingeschalteten Gesundheitsamtes („AT“ vom 9. Mai 2019) bekam Göttfert nach dem dienstfreien Mittwochnachmittag erst am Donnerstagmorgen zu Gesicht. Die Behörde ist nach einem Ortstermin zu der Auffassung gelangt, dass durch den massiven Rattenbefall eine Gesundheitsgefährdung der Anwohner nicht auszuschließen ist. Sie empfiehlt der Stadt Ahlen dringend die Bekämpfung der Ratten durch Fachkräfte.

Michael Göttfert (Gruppenleiter Ordnungswesen) erklärte den Anwohnern die Situation der Stadtverwaltung und bat um Verständnis.

„Das Gesundheitsamt des Kreises haben wir eingeschaltet, da dort die medizinische Fachkompetenz sitzt“, sagte Göttfert inmitten der von der Rattenplage betroffenen Anwohner. Mit der Feststellung der Behörde ergäben sich weitere Möglichkeiten, den Druck auf den Eigentümer der Immobilie zu erhöhen. Das Ordnungsamt könne ohne weiteres nur auf städtischen Flächen aktiv werden, nicht aber auf einem Privatgelände.

Mehr zum Termin am „Glocke“-Redaktionsmobil, unter anderem ein Interview mit Schädlingsbekämpfer Steffen Gerlach, lesen Sie in der Ausgabe vom 10. Mai 2019.

https://www.facebook.com/GlockeOnline/videos/679428172494405/

 

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