B58n: „Verwaltung meiert Bürger ab“
Bild: Voss-Loermann
Der Andrang war enorm: Mehr als 130 Interessierte besuchten die Informationsveranstaltung der Bürgerprotestbewegung zur Bundesstraße 58n im ASG-Heim in Ahlen.
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Die mehr als 130 Gäste erfuhren vor allem eines: „Die Zeit drängt, denn bis Montag, 2. Mai, muss unsere Stellungnahme im Verkehrsministerium vorliegen“, sagte Hermann Mehring. Dann laufe die sechswöchige Frist für die Beteiligung der Öffentlichkeit ab.

Um diesen Termin zu halten, hatten die Verantwortlichen Hermann Mehring, Klaus Lange, Corinna Arends, Renate Mehring und Peter Sagurna eine Stellungnahme verfasst, die mit den Unterschriften aller Beteiligten so schnell wie möglich nach Berlin gesandt werden soll. Die Unterschriftenlisten wurden am Montagabend bereits ausgegeben und ausgefüllt.

Den politisch Verantwortlichen schrieb Mehring in seiner Begrüßung ins Stammbuch: „Wenn Bürger bei Anfragen bei der Stadt abgemeiert werden, wenn die Politiker das durchwinken, dann fühlen wir uns als Anrainer der neuen Straße nicht ernst genommen. Das müssen wir mit den Politikern klären, denn wir wurden nicht gefragt und nur unzureichend informiert.“ Die Verwaltung und zuletzt auch CDU-Stadtverbandsvorsitzender Peter Lehmann hätten gesagt, so schnell komme die Ortsumgehung nicht, man müsse sich keine Sorgen machen.

Gesorgt hätten sich die Initiatoren der Erklärung aber doch, und so hätten sie sich schlaugemacht, seien etwa im zuständigen Ausschuss des Kreises Warendorf gewesen, in dem die Vorschläge unter anderem für die Bundesstraße 58n mit nur zwei Gegenstimmen der Grünen durchgewinkt worden seien.

Fest stehe nach den neuesten Erkenntnissen, dass der Bau ab Planungsbeginn 2015 in neun Jahren, als 2024, beginnen solle. 2026, so Mehring, seien dann Teile oder sogar die gesamte Trasse fertiggestellt. Sie umfasse 8,5 Kilometer und verbrauche etwa 18,8 Hektar Land, zu dem das Dreifache an Ausgleichsflächen kämen. Gerechnet werde mit etwa 8000 Fahrzeugen pro Tag, davon 1360 Lkw. Dazu kämen einige Auffahrten, die in bestimmten Bereichen nicht mit einem einfachen Kreisverkehr, sondern mit einer großen Schleife auf die Straße führten, da dort die Trasse höher liege als die Umgebung.

Mehr im „AT“ vom 27. April.

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