Bares für Rares: Händler kaufen nicht
Bild: Angelika Knöpker
Für den Design-Koffer von Luigi Colani war das Händler-Angebot in der TV-Sendung „Bares für Rares“ zu niedrig. Enttäuscht sind (v. l.) Margret Koschützke und Angelika Kossmann aus Ahlen nicht, sie erlebten einen unvergesslichen Tag im Studio Köln-Pulheim.
Bild: Angelika Knöpker

Im Gepäck hatte die 68-Jährige ein Design-Schätzchen: Das Plastikköfferchen im grellen Pink mit der Aufschrift „Ylem“ enthielt 120 Blätter mit Entwürfen der Luigi-Colani-Kollektionen bis zum Jahr 1971. Texte, Bilder und Zeichnungen erklären die auf Schloss Harkotten entstandenen Arbeiten. „Ich möchte schauen, was die Experten dazu sagen“, war die Motivation der Ahlenerin.

Mit begehrter Händlerkarte in den Auktionsraum

Eineinhalb Jahre lang hatte sie auf der Versteigerungsplattform Ebay das seltene Stück angeboten, ohne Erfolg. „500 Euro wären toll, aber mit 250 Euro wäre ich auch zufrieden“, erklärte sie im Gespräch mit Horst Lichter.

Der Experte untersuchte, gab dem Zustand gute Noten und schickte sie mit der begehrten Händlerkarte in den Auktionsraum. Während Waldi und Susanne gleich abwinkten, zeigten zwei Händler aus Köln und Münster Interesse.

Zögerlich boten sie sich bis 150 Euro hoch. „Das ist mir zu wenig“, forderte Kossmann zu einem höheren Gebot bis mindestens 200 Euro auf. Doch da wollten die Händler nicht mitgehen. So bleibt die Mappe mit den Raritäten bei der Ahlenerin, die noch am selben Tag die Colani-Skizzen wieder bei Ebay einstellte, dieses Mal zum Preis von 300 Euro. „Ich hätte den Koffer gern verkauft, aber ich muss die Höchstgrenze der Händler akzeptieren“, zeigte sich Kossmann gelassen. „Das ist für mich in Ordnung.“

„Alle waren so nett und zuvorkommend“

Sie möchte den Drehtag auf keinen Fall missen. Gemeinsam mit Freundin Margret Koschützke hatte sich die Rentnerin Anfang Februar auf den Weg ins Studio nach Köln-Pulheim begeben. Nach dem Bewerbungsverfahren hatte der Sender zugestimmt und sie zu Aufnahmen eingeladen. „Alle waren so nett und zuvorkommend“, sagt sie über die herzliche Aufnahme und die Verpflegung mit Brötchen, Kuchen und Getränken, das Vorgespräch mit Horst Lichter und einem Experten sowie dann den spannenden Moment der Auktion.

Der Sender hatte die Fahrtkosten übernommen, wollte sogar eine Hotelübernachtung bezahlen. Aber die beiden Freundinnen lehnten das ab. Nach dem aufregenden Tag mit vielen Kamera-Einstellungen und Interviews wollten sie nur eines: im heimischen Bett schlafen.

Sorgsam gehütetes Geheimnis

Bis zur Ausstrahlung der Sendung durften sie niemandem etwas erzählen. Erst am Donnerstagmorgen gaben sie ihr sorgsam gehütetes Geheimnis preis. Bis Oktober haben Interessierte die Möglichkeit, die Sendung in der ZDF-Mediathek unter „Bares für Rares“, Sendetermin 26. Juni 2019, zu sehen.

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