Beschuldigter bleibt in Fachklinik
Ein 25-jähriger Ahlener musste sich am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Münster verantworten. Das Gericht ordnete an, dass der Mann in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik bleiben muss.

Der Mann stand wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen vor Gericht. Anfang des Jahres wurde er vorläufig in Eickelborn untergebracht. Dort wird er nun bleiben. Während am Montag seine Straftaten im Mittelpunkt standen (das „AT“ berichtete), ging es am Mittwoch um die Konsequenzen.

Am 4. Februar 2016 hatte der 25-Jährige zusammen mit zwei Komplizen einen WG-Mitbewohner auf dem Ahlener Marktplatz verprügelt. Sieben Wochen später griff er das Opfer in dessen Zimmer brutal an und verletzte es mehrfach mit der Scherbe eines zerbrochenen Spiegels. Diese Taten sahen der Staatsanwalt und das Gericht nach mehreren Zeugenaussagen als erwiesen an.

Außerdem verlas der Vorsitzende Richter eine Reihe von früheren Urteilen gegen den Beschuldigten. Seit Jahren wurde der Ahlener unter dem Einfluss von Alkohol oft gewalttätig. Im Laufe der Zeit spielte seine seelische Erkrankung eine immer größere Rolle bei den Straftaten.

Dies verdeutlichte eine psychiatrische Gutachterin. Der Mann leide unter einer schizophrenen Störung mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Zu der Tat am 28. März 2016 habe ihn eine Psychose getrieben. Seine Steuerungsfähigkeit sei dabei komplett ausgeschlossen gewesen. Der junge Mann zeige keine Einsicht in seine Krankheit. Deshalb sei das Risiko groß, dass er weitere Gewalttaten begehe. Selbst in der Klinik in Eickelborn habe er Ratten aus den Wänden kommen sehen und sich zudem wiederholt aggressiv gezeigt.

Auf Grundlage dieses Gutachtens beantragte der Staatsanwalt die Unterbringung des Ahleners in einem psychiatrischen Krankenhaus ohne Bewährung. Die beiden Körperverletzungen im Februar und März 2016 habe er mit großer Brutalität ausgeführt. Wegen seiner Krankheit sei er für die erste Tat teilweise, für die zweite Tat komplett schuldunfähig. Er stelle aber eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. In einigen Fällen habe er sogar mit der Tötung anderer Menschen gedroht.

Der Verteidiger schloss sich dem Vortrag des Staatsanwalts in vollem Umfang an. Obwohl sein Mandant nicht in eine geschlossene Klinik wolle, halte er dies für notwendig. Allerdings hofft der Rechtsanwalt, dass der Ahlener im Krankenhaus so weit therapiert werde, dass er in ungefähr anderthalb Jahren ambulant weiter behandelt werden könne.

Nach alldem war die Entscheidung der Kammer keine Überraschung mehr. Sie ordnete die Unterbringung des 25-Jährigen in einer Fachklinik an. Seine Gewalttaten könnten jeden treffen, der ihm über den Weg laufe.

SOCIAL BOOKMARKS