Betroffene aus der Unsichtbarkeit holen
Bild: Knöpker
Eine völlig neue Sichtweise auf das Thema Obdachlosigkeit gibt die Ausstellung „Repicturing Homeless“ in der St. Marien-Kirche in Ahlen. Das Bild zeigt (v. l.) Armin Schmitt, Joseph Thota, Heinrich Sinder, Markus Piotti und Martina Holtel.
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Der Geschäftsführer des Caritasverbandes für das Dekanat Ahlen dankte den Mitarbeitern der Sozialberatung, Markus Piotti und Martina Holtel, für die Präsentation der zwölf Bilder.

In großformatigen Porträts werden Straßenverkäufer der Obdachlosenzeitung „Fiftyfifty“ gezeigt, die für einen Tag durch für sie untypische Kleidung eine ganz neue Wahrnehmung für sich und für andere erfahren haben. Das Thema passt hervorragend zum Caritas-Jahresmotto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ und gibt Anreiz für gesellschaftliche Diskussionen.

„In Ahlen gibt es zwischen 100 und 200 Personen, die keine eigene Wohnung haben, die von Couch zu Couch im Bekanntenkreis pendeln“, machte Piotti das Ausmaß der Obdachlosigkeit vor Ort deutlich. Und auch Armin Schmitt, engagierter Mitarbeiter im Projekt „Das offene Ohr“ schilderte Fälle, in denen Wohnungslosigkeit eine Spirale des sozialen Abstiegs ausgelöst hat. Immer mehr Menschen hätten große Sorgen, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Mit dem Bau der Ludgerihöfe wolle der Caritasverband das Problem mindern, sagte Sinder.

Pfarrer Joseph Thota forderte die Ahlener auf, in den nächsten drei Wochen die Ausstellung in der St.-Marien-Kirche zu besuchen. Der ungewöhnliche Ort für eine ungewöhnliche Ausstellung breche Klischees auf und rege zum Nachdenken an. Jeder Mensch verdiene es, als menschliches Wesen akzeptiert zu werden. „Ich war fremd und obdachlos, und Ihr habt mich aufgenommen“, zitierte Martina Holtel eine Bibelstelle und setzte sie in den aktuellen Bezug zur Präsentation.

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