Bezug zum Alter, aber kein Rentnerkino
Bild: Lange
Freuten sich mit dem Publikum über das zehnjährige Bestehen des VHS-Kinderkarnevals: (v. l.) Kinobetreiber Martin Temme, VHS-Programmbereichsleiter Uwe Schnafel und Referent Manfred Gesch.
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 „Wir kommen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus“, sagte Kinobetreiber Martin Temme bei der morgendlichen Begrüßung vor dem Film „Wie im Himmel“. Temme dankte den Besuchern, dem anspruchsvollen Kinoprogramm die Treue gehalten zu haben. „So ist unser Kino nicht nur Mainstream, sondern auch Arthouse“, sagte er.

VHS-Programmbereichsleiter Uwe Schnafel berichtete von „illustren Diskussionsrunden“, in denen die Filme für das Seniorenkino festgelegt würden. „Manchmal ist es ganz einfach, aber manchmal fliegt auch der Film raus, von dem man denkt, dass er unbedingt gezeigt werden sollte“, sagte er mit einem Lächeln.

„Ohne Sie wäre all das hier nicht möglich“, richtete sich Manfred Gesch an die Zuschauer und teilte mit, dass in zehn Jahren mehr als 14 000 Besucher die 215 Filme des VHS-Seniorenkinos gesehen hätten. Fundiert führte er in den Film „Wie im Himmel“ ein, bevor das Licht im Saal ausging und die Geschichte auf der Leinwand zum Leben erwachte.

„Wir haben unser Stammpublikum“, hatte Gesch zuvor im „AT“-Gespräch mitgeteilt. „Und wenn das Interesse besonders groß ist, wird schon mal ein zweiter Saal aufgemacht.“ Seit 2008 – zwei Jahre nach Gründung des Seniorenkinos – versorgt Gesch die Kinogänger mit Hintergrundinformationen. „Wir machen kein Rentnerkino“, stellte er klar. „Wir geben Filmen einen Platz, die im normalen Programm nicht laufen würden.“ Ein Bezug zum Alter sei stets gegeben. „Alte“ Filme hingegen fänden keinen Weg ins Programm. So stellt laut Gesch „Wie im Himmel“ (2004) von Kay Pollack eine Ausnahme dar. Die Fortsetzung „Wie auf Erden“, die am Nachmittag gezeigt wurde, startete im vergangenen Dezember in Deutschlands Lichtspielhäusern.

Mehr als 150 Mal hat sich Gesch bislang vor die Leinwand gestellt und Wissenswertes zum jeweiligen Film verkündet. Der Spaß ist ihm dabei anzusehen. Und vom Publikum kommt auch etwas zurück. „Es gab dreimal stehenden Applaus nach Filmvorführungen“, sagte er. Einen besseren Beweis, dass die Macher bei der Programmauswahl den Nerv der Zuschauer getroffen haben, kann es nicht geben.

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