Breite politische Mehrheit für HBB-Neubau
Grünes Licht hat der Stadtentwicklungsausschuss für das HBB-Geschäftshaus an der oberen Oststraße in Ahlen gegeben.

„Ist gut und billig für Ahlen gut genug?“, fragte Rolf Leismann. Der Ratsherr der Bürgerlichen Mitte (BMA) wiederholte die bereits in zwei BMA-Anträgen formulierte Kritik seiner Fraktion an der Fassadengestaltung. Am Eingang zur Fußgängerzone entstehe ein brachialer Ton und keine Musik, meinte Leismann frei nach Goethe. Er kritisierte zudem den Gestaltungsbeirat.

Stadtbaurat Andreas Mentz verteidigte hingegen den „guten Kompromiss“. Architektur habe immer auch mit Geschmack zu tun, meinte er. Er halte die Gestaltung indes für angemessen. Vor allem werde der brachliegende Bereich der oberen Oststraße durch den Neubau städtebaulich aufgewertet. Mit C&A als Hauptmieter bekomme man außerdem einen Frequenzbringer.

 „Ich kann damit sehr gut leben“, stellte Reiner Jenkel (Linke) fest. Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf sei eine deutliche Verbesserung bei der Gestaltung erzielt worden. Die vier Mieter (neben C&A Depot, Rossmann und Reno) passten gut ins bestehende Angebot. Zustimmung kam auch von Heinrich Artmann (FWG): „Mehr Kaufkraft ist wichtig für Ahlen.“ Mit dem HBB-Projekt werde dieser Bereich der Fußgängerzone aufgewertet, signalisierte auch Stefan Eifler (FDP) Zustimmung.

 Bei allem Verständnis für die Bauchschmerzen der BMA bezeichnete auch Petra Pähler-Paul (Die Grünen) die Investition als wichtig und richtig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es schwierig gewesen sei, mit dem Investor über Verbesserungen zu diskutieren. Die Architektur des HBB-Projektes in Oelde sei gegenüber Ahlen schlechter, meinte sie. Pähler-Paul regte an, dass die Politik zukünftig bei ähnlichen Projekten Modelle bekomme, um die Dimensionen besser abschätzen zu können.

 Auch CDU und SPD zeigten sich froh über die Entwicklung. Sicherlich hätte man sich das ein oder andere noch besser vorstellen können, räumte Dieter Thiede (CDU) ein, aber man solle in die Zukunft schauen. Dass die SPD-Fraktion sich ihre Entscheidung nicht leichtgemacht habe, gab Norbert Bing offen zu. Man sei nicht in Jubelstürme ausgebrochen, aber die Architektur sei tragbar. Im Spätsommer sollen nun laut Andreas Mentz die Abbrucharbeiten beginnen, anschließend soll noch in diesem Jahr der erste Spatenstich für den Zehn-Millionen-Neubau zwischen Bismarck- und Moltkestraße erfolgen.

SOCIAL BOOKMARKS