Brückner: „Leute müssen Nacktes sehen“
Bild: Jotzeit
Der Ahlener Künstler Manfred Brückner lädt am kommenden Sonntag zu einer ungewöhnlichen und lauten Kunstaktion in sein Atelier in Ahlen ein.
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„Fünf bis sechs Minuten können mir die Besucher direkt bei der Arbeit zusehen“, verspricht der 59-Jährige. In seinem kleinen Atelier wird er sein neuestes Projekt fortführen und die Rückseite einer weiteren Schullandkarte gestalten. Und das von Anfang an. „Die Leute müssen etwas Nacktes sehen“, sagt er, und meint damit die noch unberührte und ursprüngliche Rückseite einer alten Landkarte, die aus dem Jahr 1969 stammt und die Region Skandinavien abbildet.

„Ich werde die Karte ausrollen und durchstarten“, erklärt Brückner. Und dabei dürfe eins nicht fehlen: „Laute Musik.“ Die brauche er einfach, wenn er arbeite, sagt er. Nur so könne er sich ganz auf sein Werk konzentrieren, ohne irgendwelche anderen störenden Geräusche von draußen.

Sicher ist sich Brückner schon jetzt, dass er damit einige Besucher überfordern werde. „Da wird bestimmt der eine oder andere wegrennen“, sagt er. Doch er wolle halt seine Arbeit so spiegeln, wie sie wirklich sei.

Neben der kurzen Performance werde er aktuelle Arbeiten präsentieren, so Brückner. Dazu gehörten auch Werke, die am vergangenen Sonntag noch nicht gezeigt worden seien. Freuen dürfen sich die „Wiederholungstäter“, also die Kunstfreunde, die am ersten Tag des offenen Ateliers bei Brückner waren und von dem ersten noch unfertigen Objekt beeindruckt waren. Dabei handelte es sich um eine Südamerika-Karte. „Diese habe ich weiterbearbeitet und verändert“, so der 59-Jährige.

Das Atelier von Manfred Brückner ist am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Dabei verkauft er auch Arbeiten von sich und der Künstlerin Milica Reinhart. Ein Teil des Erlöses ist für den Aufbau eines Kindermuseums in Vukovar (Kroatien) bestimmt.

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