Bruno Jonas sondiert scharfsinnig und mit Humor   
Bild: Knöpker
Sein neues Buch fand in der Pause reißenden Absatz. Geduldig signierte Bruno Jonas in der Ahlener Stadthalle jedes Exemplar. 
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Scharfsinnig, mit Witz und Humor streifte der Münchener durch ein Deutschland, das sich verändert hat. „Sollen wir jetzt erst sondieren oder haben wir einen Dissens?“, fragte er auf einer Bühne, die vollgestellt war mit Paketen. „Ja, ich bin Paketannehmer und bekleide die letzte Position der Zustellung“, bekannte er. Schließlich sei er der einzige Mieter, der zum Arbeiten das Haus nicht verlasse. Zusteller Murat ist inzwischen sein bester Freund geworden. Und selbst das Transportunternehmen für den benachbarten Lebensmittelmarkt liefert morgens um 5 Uhr Kaviar und Seefisch per Gabelstapler durch das Schlafzimmer in die Wohnung.

„Jetzt träume ich vom großen Paketschein und einem Studiengang Paketannahme an der Hochschule in Ahlen“, sagte er. In seiner Heimatstadt sei er inzwischen als „Packl-Bruno“ bekannt.

Aber bei dem Kabarettisten blieb es nicht nur bei Gesellschaftskritik. Er wurde politisch, wenn er die Grünen für das Verbot von Verbrennungsmotoren kritisierte. „Sie sind überzeugt, dass sie die moralische Instanz im Lande sind und ihre Energiewende das Weltklima retten wird, selbst wenn diese mit dem Verkauf von „CO2- Rechten finanziert wird“, konterte er scharfzüngig. Über alle Parteigrenzen hinweg herrsche die Annahme, dass die AfD bald wieder von der Bildfläche verschwinden werde. Die SPD meine, dass es Deutschland bessergehe, wenn sie nicht regiere.

Sein Streifzug durch die nationale, internationale und Weltpolitik geriet zu einer Abrechnung mit Parteien und Staatsoberhäuptern, einschließlich einer schmollenden Regierungschefin Angela Merkel. Angst machte ihm die zunehmende Digitalisierung mit Datenspeicherung und Apps auf dem Smartphone, die die Entwicklung zum gläsernen Menschen unterstützen.

Beim Thema Rente entwickelte der 64-Jährige sein ganz eigenes Zukunftsmodell. Und das sah so aus: Ein Rentner zeugt ein Kind mit einer jungen Frau. Er bekommt Rente, ist Vater und Opa. Viele Kitas könnten geschlossen werden. Und wenn das Kind quengele, sei das auch egal. „Opa hört ja nicht mehr so gut.“

Auf der Bühne griff Bruno Jonas im zweiten Teil seines Programms zur Gitarre und verstand es, sein Publikum zum Mitsingen zu animieren. Nach drei Stunden bester Unterhaltung verabschiedete er sich mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht“ unter einem nicht enden wollenden Beifall.

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