Brutale Überfall-Serie hat Nachspiel vor Gericht
Vor dem Landgericht in Münster muss sich ein 22-jähriger Litauer verantworten, der im Oktober 2015 ein Ahlener Juweliergeschäft überfallen hat.

Ab dem 5. Februar muss sich einer der Drahtzieher der Bande vor der 9. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster verantworten. Auf der Anklagebank sitzt ein 32 Jahre alter Mann aus Litauen.

Mit Äxten und Pfefferspray bewaffnet

Er soll Landsleute für die Durchführung der Überfälle rekrutiert haben, die immer nach dem gleichen Schema abliefen: Zwei Männer stürmten mit Äxten und Pfefferspray bewaffnet in einen Juwelierladen. Mit dem Reizgas setzten sie die Verkäufer außer Gefecht. Mit den Äxten schlugen sie Vitrinen ein und verschwanden blitzschnell mit erbeuteten Uhren oder Schmuck.

Einen solchen Schock in der Mittagszeit erlebte der Inhaber des Juweliergeschäfts Carat an der Ahlener Weststraße am 8. Oktober 2015. Zwei Männer stürmten in seinen Laden. Ohne Vorwarnung besprühte einer der beiden den Juwelier und einen Kunden mit Reizgas. Der andere schlug die Schaufenster-Vitrine mit einem Beil ein. Mit der Beute flohen sie auf Fahrrädern in Richtung Berliner Park.

DNA-Spuren ergeben einen Treffer

DNA-Spuren eines Verdächtigen ergaben beim Abgleich in einem internationalen Fahndungsnetz einen Treffer. Es war ein zum Tatzeitpunkt 22 Jahre alter Schlosser aus Litauen, der kurz nach dem Ahlener Überfall in seine Heimat zurückkehrte. Am 27. September 2016 wurde er in Litauen festgenommen und sechs Wochen später nach Deutschland ausgeliefert.

Umfangreiche Hinweise zur Aufklärung gegeben

Am 22. März 2017 verurteilte ihn das Landgericht Münster zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis. Die Strafe fiel so mild aus, weil der Mann ein vollständiges Geständnis ablegte, Hintermänner nannte und umfangreiche Hinweise zur Aufklärung weiterer Straftaten lieferte. Ein Hinweis führte zu dem nun angeklagten Drahtzieher der Organisation.

3000 Euro für Überfall versprochen

Dieser 32-jährige Litauer soll den jungen Schlosser im Herbst 2015 zur Teilnahme an Raubüberfällen animiert und mit litauischen Komplizen bekannt gemacht haben. Für den Ahlener Überfall soll er dem Schlosser 3000 Euro versprochen haben. Der Wert des geraubten Schmucks belief sich aber auf nur rund 500 Euro. In anderen Fällen betrug die Beute der Bande allerdings mehrere 10 000 Euro, so zum Beispiel am 15. April 2015 in Ravensburg.

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