Bürgerradweg: Verein weist Kritik zurück
Bilder: Jotzeit
Auf einem kleinen Teilstück der bereits geschotterten Radweg-Trasse haben sich Wildkräuter breitgemacht.
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Konkret geht es um Wildkräuter, die auf einem Teil der bereits ausgekofferten und mit Recycling-Material geschotterten Trasse des künftigen Radwegs wachsen. In der Facebook-Gruppe „Du bist Ahlener, wenn ...“ hat sich ein Mitglied mit der Thematik beschäftigt und dort unter anderem gepostet: „Die bisherigen Erdarbeiten (Humusabtrag und Erdaushub) sind für die Katz’.“

In seinem Beitrag vertritt der Ahlener die Meinung, dass sich recycelter Bauschutt als Unterbau verböte, da dieser den besten Nährboden für Wildkräuter darstelle. Deren Wachstum sei nicht mehr aufzuhalten, schreibt er. Die Pflanzen könnten lässig eine 30 Zentimeter starke Schotterschicht und sogar eine bituminöse Trag- und Deckschicht durchbohren. Aus diesem Grund bezeichnet der Schreiber die bisherigen Erdarbeiten als „Schuss in den Ofen“. Seiner Meinung nach wäre der Verein gut beraten gewesen, Teilabschnitte komplett fertigzustellen und „nicht an tausend Ecken anzufangen“.

Wegen der Erntearbeiten ist es etwas ruhiger auf der Baustelle.
Ganz anders sieht das der Vorsitzende des Vereins „Radweg Walstedder Straße“, Michael Mertenskötter. Auf „AT“-Nachfrage wies er darauf hin, dass der Wildkräuterbewuchs nur auf einem kleinen Teilstück der Landesstraße 671 hinter der Gaststätte Quante aufgetreten sei. „Und dieses Stück war von vornherein problematisch“, sagte er. Der Bereich sei sehr feucht und ständig durchnässt. Außerdem sei das rund 150 Meter lange Stück noch nicht richtig verdichtet worden. „Deswegen haben die Pflanzen überhaupt in den vergangenen Wochen eine Chance gehabt, dort zu wachsen“, so Mertenskötter.

Zudem sei geplant, in dem Teilstück noch weiteren Schotter einzubringen. Dass dies noch nicht geschehen sei, liege daran, dass die Landwirte sich um ihre Ernte kümmern müssten. „Rund 80 Prozent unserer Mitglieder gehören dieser Berufsgruppe an“, erklärte er und erinnerte daran, dass der Einsatz ehrenamtlich sei. „Und das an fast jedem Wochenende seit November 2013.“ Mertenskötter bedauerte, dass sich das Facebook-Mitglied nicht direkt an den Verein gewandt habe. „Da hätten wir alles besprechen können.“

Wildkräuter werden durch Hitze beseitigt

Rückendeckung hat der Verein „Radweg Walstedder Straße“ von den Ahlener Umweltbetrieben erhalten. „Die Verwaltung steht uns von Anfang an beratend zur Seite“, unterstrich Mertenskötter. Auf sofortige Nachfrage bei dem zuständigen Sachbearbeiter sei ihm nun bestätigt worden, dass die Wildkräuter auf dem kleinen Teilstück der Trasse kein Problem seien.

Auch beim Bau des Zechenradwegs im Jahr 2012 sei es zu einem ähnlichen Bewuchs gekommen. „Die Wildkräuter sind damals von der Stadt thermisch beseitigt worden“, so Mertenskötter. Ebenfalls durch Hitze sollen nun die Pflanzen auf dem betroffenen Teilstück des Bürgerradwegs entlang der Walstedder Straße (Landesstraße 671) entfernt werden.

„Auf keinen Fall werden die Pflanzen mit Unkrautvernichtungsmitteln bekämpft“, machte der Vereinsvorsitzende deutlich. Davor hatte auch das Facebook-Mitglied in seinem Beitrag gewarnt. Dies sei aber sowieso nicht geplant gewesen, sagte Mertenskötter. Der Einsatz entsprechender Mittel sei in dem Bereich gar nicht zulässig, auch mit Blick auf den Gewässerschutz.

Ein großes Teilstück des zukünftigen Bürgerradwegs zur Gaststätte Quante ist bereits geschottert.
Noch eine erfreuliche Nachricht hatte Mertenskötter hinsichtlich der noch fehlenden Grundstücksflächen auf dem insgesamt rund vier Kilometer langen und 3,5 Meter breiten Bürgerradweg parat. So habe der Eigentümer einer kleinen Parzelle – rund 75 Meter lang – im Bereich des Ortsausgangs ganz aktuell grünes Licht für den Bau des Radwegs gegeben. Damit könne nun die Lücke im Bereich der Kurve zwischen dem Gasthaus Quante und dem Homannsweg geschlossen werden.

Verhalten optimistisch ist Mertenskötter zudem mit Blick auf eine weitere noch fehlende Fläche. „Die Stadtverwaltung sitzt bei den Gesprächen mit dem betreffenden Eigentümer mit im Boot“, sagte er. Die Mitglieder des Vereins hofften nun auf einen baldigen Durchbruch.

Weitere Informationen zum Verein gibt es im Internet.

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