Bundesgerichtshof lehnt Revision ab

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Revision zweier Ahlener (25 und 26 Jahre) abgelehnt, die im November 2015 vom Landgericht Münster wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer heute 21-Jährigen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Dies teilte Dr. Daniel Stenner, Pressesprecher des Landgerichts Münster, am Dienstag auf „AT“-Anfrage mit. „Das Urteil ist mit Blick auf den Schuldspruch und dem Strafausspruch rechtskräftig“, so Dr. Stenner.

Der Prozess gegen die beiden Ahlener war im Februar 2015 vor der 11. Großen Strafkammer in Münster eröffnet worden. Ihnen wurde vorgeworfen, im August 2014 eine damals 19-jährige Ahlenerin gemeinschaftlich vergewaltigt und die Tat sowohl gefilmt als auch fotografiert zu haben. Umfangreiches Bild- und Tonmaterial wurden sichergestellt und bei der Beweisaufnahme verwendet.

Dazu gehörten ein Handy, ein Laptop und eine externe Festplatte, die aktuell eingezogen sind. Das Landgericht Münster muss laut Dr. Stenner nach dem Urteil des BGH vom 11. Oktober diesen Jahres nun prüfen, „ob die gesetzlichen Voraussetzungen zur Einziehung dieser Gegenstände bestehen, die dem älteren Verurteilten gehören“. Das heißt: Über den Verbleib oder eine mögliche Rückgabe der als Beweismittel beschlagnahmten Medien muss neu entschieden werden.

An der Verurteilung der Ahlener – fünf Jahre Haft für den 25-Jährigen sowie vier Jahre und vier Monate für den 26-Jährigen – ändert sich nach der abgelehnten Revision nichts. Den Vorwurf der Vergewaltigung hatte die Strafkammer bei der Urteilsverkündung im November 2015, dem 27. Verhandlungstag, fallengelassen. Vielmehr hätten sich die Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Tateinheit mit der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen strafbar gemacht.

Für den Prozess am Landgericht Münster waren ursprünglich sechs Verhandlungstage angesetzt.

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