„Cinema“ ist keine Selbstverständlichkeit
Martin Temme dankt allen Förderern des Cinema.

„Ich kann gar nicht für Plan B sein“, stellt Martin Temme entschlossen fest und spricht dabei auch im Namen seines Kompagnons Werner Bundgaard. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert der „Cinema“-Betreiber an die Entstehungsgeschichte. „Die Leute sehen das Cinema heute als selbstverständlich an“, erklärt Martin Temme. Das sei es aber keineswegs.

Bei der Neugründung hätten die Filmförderungsanstalt des Bundes und die Filmförderung NRW übereinstimmend festgestellt, dass für das neue Kino nur dieser Standort in Frage komme, und zwar wegen des ausreichenden Parkplatzangebots. Vergangenes Jahr sei ein ausgesprochen gutes Kinojahr mit rund 100 000 Besuchern gewesen. Die kämen allerdings nicht nur aus Ahlen, sondern auch aus Nachbarstädten wie Beckum, Ennigerloh, Sendenhorst, Drensteinfurt und selbst aus Hamm. Wenn diese demnächst keine Parkplätze in ausreichender Zahl in der Nähe vorfänden, blieben viele vermutlich weg.

Apropos Finanzierung: Auch die vergleichsweise günstige Pacht sei kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer klugen Verhandlungsstrategie des damaligen Geschäftsführers der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Peter Vaerst, der eine Gruppe Ahlener Unternehmen als Förderer hätte gewinnen können.

Es sei auch keine Selbstverständlichkeit, dass sich das „Cinema“ gegen die zunehmende Konkurrenz von Streamingdiensten wie Netflix oder Amazon behaupte. Das gehe mit einem guten Programm. Dazu gehöre auch, dass „wir hier so gut wie alle Blockbuster“ spielen.

„Deshalb kann ich gar nicht für einen Neubau von Rathaus und Stadthalle sein“, wiederholt der Cineast. Bis auf ein in anderer Angelegenheit geführtes Telefonat mit dem Bürgermeister, in dem dieser auf seine Frage gesagt habe, er müsse sich wegen der Parkplätze keine Sorgen machen, habe es keinen Kontakt mit dem Rathaus gegeben.

Im Übrigen fühlt sich Martin Temme in guter Gesellschaft mit anderen Gewerbetreibenden, die sich in dieser Woche zu Wort gemeldet hatten: Peter W. und Alexander Brockmann, Anne Bäumer, Andreas Frenz, Iris Goltz, Frank Herweg, Klaus Höltgen, Silvia Sommer, Marcus Schulz, Markus Schier, Dr. David Tilch, Knut Schneider, Jörg Spiekenheuer und Matthias Bußmann.

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