DNA-Spuren des Angeklagten gefunden
Vor dem Landgericht Münster hat am Dienstag eine Gerichtsmedizinerin der Universität Münster ein Gutachten vorgestellt, in dem zwei Kondome auf DNA-Spuren untersucht wurden.  Sie spielen in dem Verfahren gegen zwei Angeklagte aus Ahlen eine Rolle.

Auf dem anderen Kondom seien Merkmale des 23-jährigen Angeklagten aus Ahlen identifiziert worden, die sich nicht so eindeutig zuordnen ließen. Beide Kondome wiesen zudem laut Gutachterin DNA-Spuren der heute 20-jährigen Frau aus Ahlen auf, die im August 2014 von beiden Angeklagten vergewaltigt worden sein soll.

Die Kondome wurden in der Wohnung des 23-jährigen Angeklagten gefunden, in der sich die Tat im August zugetragen haben soll. Die Verteidigung des 25-jährigen Ahleners erklärte am achten Prozesstag, dass sie die Mediziner laden will, die der heute 20-Jährigen in der Nacht eine Urinprobe entnommen haben. „Die Probe weist nach, dass der Frau keinerlei K.-O.-Tropfen oder ähnliche Substanzen verabreicht worden sind“, erklärte die Verteidigung. In der vergangenen Sitzung wurden bereits zwei Mediziner vernommen, die die junge Frau im Krankenhaus untersucht hatten. Dabei waren Kratzspuren gesichert und Hinweise auf Geschlechtsverkehr festgestellt worden. Daraufhin hatten Polizeibeamte die Wohnung des 23-jährigen Angeklagten durchsucht.

Der Vorsitzende Richter erteilte den rechtlichen Hinweis, dass anstelle einer Verurteilung wegen Vergewaltigung auch eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichem schweren sexuellen Missbrauchs von widerstandsunfähigen Personen in Betracht komme. Seit dem 17. Februar müssen sich die beiden Männer wegen der Anklage der Vergewaltigung vor der 11. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster verantworten.

Die Anklage wirft den Männern vor, dass sie gemeinschaftlich die junge Frau betrunken gemacht haben, um sie dann zu vergewaltigen. Von dem Übergriff sollen sie Videos und Fotos gemacht haben, die im Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesichtet wurden. Bisher hat noch keiner der beiden Angeklagten zum Vorwurf ausgesagt. Fortgesetzt wird die Verhandlung am Montag, 18. Mai, ab 10 Uhr. Als weitere Verhandlungstermine angesetzt sind Montag, 8. Juni, ab 10 Uhr sowie Montag, 15. Juni, ebenfalls ab 10 Uhr.

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