Denkmal Rathaus: Folgen für die Sanierung
Die Einstufung als Denkmal hat für die Sanierung des Ahlener Rathauses Folgen. Sie bedeutet einen deutlichen Mehraufwand.

Im Klartext: Die Münsteraner Experten müssen zusammen mit der Unteren Denkmalbehörde im Ahlener Rathaus die Folgemaßnahmen erarbeiten. „Das wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen“, bestätigte Stadtbaurat Andreas Mentz am Freitag im Gespräch mit dem „AT“ den Eingang des Gutachten-Entwurfs aus Münster. Überraschend kommt die Nachricht nicht: Die geplante Unterschutzstellung zeichnet sich bereits seit mehreren Monaten ab.

„Jetzt geht es um die Details“, so Andreas Mentz. Die Stadtverwaltung sei in zweifacher Hinsicht betroffen – zum einen als Eigentümerin der Immobilie, zum anderen als Untere Denkmalbehörde. Die geplante Sanierung des von Prof. Christoph Parade (Düsseldorf) Mitte der 1970er-Jahre errichteten Verwaltungs- und Kulturzentrums bedarf der denkmalrechtlichen Erlaubnis der Unteren Denkmalbehörde. „Der Einfluss auf die Sanierung wird erheblich sein“, machte der Beigeordnete deutlich. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“, schließt Mentz Auswirkungen auf den Zeitplan nicht aus.

Der Denkmalschutz erleichtere das Projekt nicht, es werde einen Mehraufwand bei den Maßnahmen geben. Bislang sind Kosten in Höhe von rund 48 Millionen Euro kalkuliert worden. Die Stadt hofft auf eine siebenstellige Förderung des Projektes durch das Land. Für Planung und Projektsteuerung hat die Verwaltung bereits eine Förderzusage von 1,7 Millionen Euro erhalten.

„Vorteile durch den Denkmalschutz kann ich nicht erkennen“, ist der Stadtbaurat alles andere als glücklich über die Entwicklung. Aber als Stadt und als Bauherr müsse man den sich neuen Rahmenbedingungen stellen. „Denkmalschutz ist an sich nichts Schlechtes, aber eine Erschwernis“, betonte er. Das Rathaus habe als Bau aus damaliger Zeit durchaus Vorbildcharakter.

Wie bei jedem Privatmann müsse aber auch bei der Stadt Ahlen am Ende die wirtschaftliche Zumutbarkeit stehen. Es gehe nur darum, einen gangbaren Weg zu finden, in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde in Münster. Die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen könne erst im nächsten Jahr erfolgen, wenn der Umfang der Denkmalschutzmaßnahmen feststehe.

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