Denkmalpfleger lobt Projekt
Christian Wolff
Um die ehemalige Alte Schänke Samson war es in den vergangenen Monaten sehr still geworden. Doch hinter den Kulissen hat der Förderverein „Kulturgut Samson“ weitergearbeitet und seine 140 Mitglieder inzwischen schriftlich über den Sachstand informiert.
Christian Wolff

„Hochachtung!“ – Lobende Worte fand der ehrenamtliche Denkmalpfleger der Stadt Ahlen am Montagnachmittag für das Projekt „Kulturgut Samson“, in das nach coronabedingter Zwangspause inzwischen wieder Bewegung gekommen ist.

„Ich habe mir das Objekt am Montag noch einmal in Ruhe angesehen“, sagte Bernd Schulze Beerhorst im Schul- und Kulturausschuss. „Da ist einiges, was zu stemmen ist.“ Dies könne jedoch nicht ohne ehrenamtliches Engagement sowie finanzielle Förderungen geschehen und er wisse, dass der eigens zur Rettung dieses Gebäudes gegründete Förderverein über viele Köpfe verfüge, die anpacken wollen.

Bekanntlich soll der ehemalige Landgasthof in Ahlens kleinstem Ortsteil vor dem weiteren Verfall bewahrt und schrittweise einer neuen Nutzung zugeführt werden. „Es ist ähnlich wie bei anderen Objekten in der Stadt: Die gute Zukunft eines denkmalgeschützten Gebäudes liegt immer in den Händen des jeweiligen Eigentümers.“ Er wisse, so Schulze Beerhorst, dass der Förderverein mit diesem viele Gespräche geführt habe, nachdem es zum Jahresende 2019 zunächst so ausgesehen hatte, als ob beide Seiten auf lange Sicht zu weit auseinander liegen würden. Doch die Mitgliederversammlung hatte entschieden, dem Vorstand noch etwas Zeit zu geben, um einen Kompromiss zu finden. Ansonsten hätte die Auflösung gedroht.

Da es dem Verein „Kulturgut Samson“ in den vergangenen Monaten unmöglich war, eine Mitgliederversammlung abzuhalten, sind die 140 Mitglieder in den vergangenen Wochen schriftlich über das Ergebnis der Nachverhandlungen mit der gräflichen Eigentümerfamilie von Haus Vorhelm informiert worden. Um den noch jungen Förderverein nicht finanziell zu überfordern und dennoch mit der eigentlichen Arbeit zum Erhalt des Baudenkmals beginnen zu können, wurde eine Kompromisslösung erarbeitet, die ein schrittweises Handeln beinhaltet. Sie umfasst zunächst den Kauf des Hauptgebäudes mit Gaststätte, Saal, Pferdedeckstation und Parkplatz. Der Biergarten könnte dabei zunächst angepachtet und später erworben werden, wenn der Verein durch sein Wirken weitere finanzielle Mittel akquiriert hat.

Von den 140 angeschriebenen Mitgliedern meldeten sich letztlich 86 über ein eigens erstelltes Formblatt zurück. Davon lehnten vier diese Lösung komplett ab, einige machten Einschränkungen – beispielsweise die Festlegung eines Restkaufpreises. Die deutliche Mehrheit sprach sich jedoch für eine Weiterverfolgung der Vereinsziele aus.

von Christian Wolff

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