Der dirigierende Oberamtsanwalt
Dietmar-Hahn-Chor
Mit ihm soll es gesanglich in die Zukunft gehen: Christoph Pente aus Soest hat die Leitung des Dietmar-Hahn-Chors übernommen. Der Jurist bringt viel Chor-Erfahrung mit.
Dietmar-Hahn-Chor

„Bitte die Pause ernst nehmen“ oder „Achtung, die Höhe halten. . . super!“: Wer nur kurz bei einer Probe des Dietmar-Hahn-Chors zuhört, erkennt schnell, mit welcher Akribie der neue Chorleiter Christoph Pente dirigiert: Sopran, Mezzosopran und Alt, die verschiedenen stimmlichen Puzzleteile sollen ineinandergreifen und ein melodisches und harmonisches Ganzes ergeben. Jedes Detail ist wichtig.

Und auf die Details achtet Christoph Pente schon von Berufs wegen, denn er ist hauptberuflich Oberamtsanwalt. Und da kommt es im Rahmen von Beweisaufnahmen vor Gericht ja bekanntlich auch auf jedes Detail an. Juristerei und Musik: Passt das überhaupt zusammen? Für den 51-jährigen Soester schon. „Ich muss manchmal an dem Notentext hängen wie am Gesetzestext“, verdeutlicht er. Andererseits sei er als Chorleiter manchmal aber auch „kreativer und freier in der Interpretation“.

Eine Mischung, die bei den Sängerinnen des Dietmar-Hahn-Chors sofort gut ankam. Denn die stellten bei einem Probedirigat Anfang des Jahres fest, dass Pente die optimale Besetzung für den Posten ist. Ines Schreine hatte das Amt Ende vergangenen Jahres abgegeben, da sie an die Mosel umgezogen ist.

„Christoph Pente hat einen mitreißenden Humor und eine großartige Art, mit der er uns sofort eingefangen hat“, berichtet Chorvorsitzende Vera Limbrock, dass der Funke zwischen dem Chor und dem dirigierenden Oberamtsanwalt sofort übergesprungen sei. Das dürfte vor allem auch an Pentes Leidenschaft für Musik liegen, die er früh entdeckt und nie verloren hat. Mit zwölf Jahren bekam er Klavierunterricht und wollte schon damals gerne Dirigent werden. In den Gesang wuchs Christoph Pente dann nach und nach rein, erhielt Gesangsunterricht und wurde selbst aktiver Chorsänger.

Den Wunsch, einen Chor zu leiten, erfüllte er sich, als er vor rund 25 Jahren bei der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Sassendorf seinen ersten Chor übernahm. Den reinen Frauenchor mit dem Namen „Tonart“ leitet Christoph Pente noch heute erfolgreich. Zwischenzeitlich leitete er zudem die „Zwischentöne“ in Möhnesee und sang selbst beim „Hellweg Quartett“, dem Kammerchor Lippstadt und auch im A-cappella-Ensemble „Dreiviertelnacht“.

Jede Menge Erfahrung also, die Pente nach Ahlen mitbringt. Bei den Zielen, die er mit dem Chor erreichen will, gibt er sich jedoch zunächst bescheiden. „Die Fortführung und Weiterentwicklung des Chors in Zusammenarbeit mit den Sängerinnen“ hat er sich auf die Fahnen geschrieben. In Coronazeiten schon eine wahre Herkulesaufgabe. „Es ist ein enormer Anspruch, sich über die Distanz zu hören“, erklärt Christoph Pente die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit des Probenbetriebs mit Abstandsregeln.

Und doch ist der Dietmar-Hahn-Chor froh, dass überhaupt wieder regelmäßige Proben möglich sind. Erforderlich hierfür war ein vorübergehender Umzug von der Stadtbücherei in die Aula der Städtischen Gesamtschule, den Bürgermeister Dr. Alexander Berger kurzfristig erlaubte. „Er hat uns schnell und unbürokratisch geholfen“, verdeutlicht Vera Limbrock, dass der neue Probenraum für den Chor ein echter Glücksfall ist. „Musik ist gerade in der Krise sehr wichtig“, unterstreicht Alexander Berger.

Daher blickt die Chorvorsitzende mit neuem Chorleiter und neuem Probenraum optimistisch in die Zukunft. „Ich stelle mir vor, dass der Chor mit einem dynamischen und zeitgemäßen Repertoire jung bleibt“, so Vera Limbrock. Nun müssten sich Chor und Chorleiter erst einmal kennenlernen. Erste Auftritte stehen derzeit noch nicht fest. „Vielleicht ein kleines Weihnachtskonzert“, zeigt sich die Vorsitzende verhalten optimistisch.

Zudem weist sie darauf hin, dass der Chor jederzeit neue Sängerinnen sucht, die bei den Proben mittwochs um 20 Uhr in der Aula der Städtischen Gesamtschule willkommen sind. Vera Limbrock gibt Auskunft unter 01 76 / 60 90 14 05.

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