Der weiße Bluesmann kann überzeugen
Bild: Geiser
Das Matt-Walsh-Trio überzeugte in Ahlen.
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Am Samstagabend ist er gemeinsam mit Timo Dresenkamp und Jürgen Knautz in der Ahlener Schuhfabrik zu Gast gewesen, um die „Fernweh-Sommerreihe“ im Bürgerzentrum um eine weitere Facette zu bereichern.

Dass die Veranstaltung zwar umsonst war, aber wetterbedingt nicht draußen stattfinden konnte, erwies sich im Nachhinein als Vorteil. In der hermetischen Saal-Atmosphäre erhielten die musikalischen Feinheiten eine Chance, sich ungestört mitzuteilen, und Feinheiten hatte das Trio an diesem Abend reichlich zu bieten.

Die Pose, die große Geste, ist nicht die Sache von Matt Walsh. Ganz in Schwarz steht der schmächtige weiße Bluesmann am Mikrofon und fasziniert mit schnörkellosem, geerdeten Vortrag. Harmonika und Saxofon beherrscht er ausgezeichnet, und seine Stimme, ganz dicht an J. J. Cale oder Chris Rea, hat genau die richtige Färbung, das besondere Blues-Feeling hervorzurufen.

Das Matt-Walsh-Trio hat eine frische, unverwechselbare Note und lässt selbst Blues Klassiker wie „Big legged woman“ oder „C.C. Rider“ überraschend jung klingen.

Mit der Eigenkomposition „Waiting for sunrise“ gab es einen Vorgeschmack auf das nächste, im September erscheinende Album. Ein Trost, gewiss, doch wer mutwillig das fantastische Konzert im Büz verpasst hat, der gehe ungetröstet nach Hause und weine bitterlich.

Mehr zu Matt Walsh in der Ausgabe vom 15. August 2011.

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