Die Mitarbeiter von morgen gewinnen
Die „Pflegefänger von Ahlen“ brauchen Unterstützung. Geplant ist ein Fußmarsch des Personals des St.-Franziskus-Hospitals nach Münster-Handorf als Zeichen des Protestes gegen den Fachkräftemangel.

Derzeit gebe es bundesweit 35.000 offene Stellen in Alten- und Krankenpflegeeinrichtungen, heißt es in einer Mitteilung. Gerade die Krankenhäuser würden gerne Personal einstellen, aber es gebe zu wenig junge Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollten. Außer dem demographischen Übergang spielten unter anderem die Arbeitsbedingungen eine Rolle für diese Entscheidung.

Selbst Werbeprämien helfen nicht

Auch das St.-Franziskus-Hospital Ahlen spürt den Pflegekräftemangel. Trotz umfangreicher Aktionen, darunter die Zahlung einer Prämie für geworbene Mitarbeiter, sei es sehr schwer, offene Stellen zu besetzen, teilt die Presseabteilung des Krankenhauses mit. Allen im St.-Franziskus-Hospital sei bewusst: „Wenn nicht bald die Politik Arbeitsbedingungen schafft, die auch durch die Krankenhausträger finanzierbar sind, wird das Versorgungssystem in den Krankenhäusern zusammenbrechen.“

Mangel wird immer gravierender

Der Mangel an Pflegekräften werde immer gravierender. Viele langjährige, hoch qualifizierte Mitarbeiter kündigten ihre Stelle vor der Rente oder „flüchteten“ in die Teilzeit. Der Pflegenachwuchs gebe reihenweise in den ersten Jahren auf. „So will niemand mehr pflegen, und so will auch niemand mehr gepflegt werden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit dem gemeinsamen Marsch unter dem Motto „Die Pflegefänger von Ahlen“ möchte das Personal des Krankenhauses darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, im St.-Franziskus-Hospital zu arbeiten und gemeinsam die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Märchen steht Pate für das Motto

Das Märchen „Der Rattenfänger von Hameln“ steht für das Motto Pate. Der Unterschied sei, dass nicht die Kinder aus der Stadt hinausgeführt, sondern die „die Mitarbeiter von Morgen“ in die Stadt begleitet und zumindest in beruflicher Hinsicht langfristig gebunden werden sollen. Der Ärztliche Direktor Dr. Frank Klammer nahm die Idee aus dem Pflegeteam auf und bittet die Ahlener Bevölkerung, die Aktion am kommenden Samstag, 1. Dezember, zu unterstützen. Es sei wünschenswert, wenn sich Bürger dem Anliegen anschlössen und den Marsch begleiteten. Auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Krankenpflegeschule und die Hebammenschule unterstützen die Aktion.

Zwei Wandertage sind geplant

Treffpunkt zum Abmarsch ist am Samstag, 1. Dezember, der Hauptparklatz des St.-Franziskus-Hospitals um 9 Uhr (bei Regen im Foyer und in der Caféteria). Die Wanderung beginnt um 10 Uhr und führt über Drensteinfurt und Rinkerode nach Albersloh. Beim Malteser-Hilfsdienst in Drensteinfurt und auf dem Marktplatz in Rinkerode werden Pausen eingelegt. Der erste Wandertag endet auf dem Marktplatz in Albersloh. Geplant ist eine Einkehr im Hotel-Restaurant Geschermann.

Treffpunkt für den zweiten Wandertag am Sonntag, 2. Dezember, ist um 9 Uhr das Hotel-Restaurant Geschermann in Albersloh. Die Wanderer starten um 9.30 Uhr nach Münster-Handorf. Auf dem Marktplatz in Angelmodde ist eine Rast vorgesehen. Am Bootshaus an der Werse, Wersedaipe 28 in Münster-Handorf, findet ein Abschlussgrillen statt.

Wetterfeste Kleidung wird empfohlen

Die Organisatoren empfehlen für die zwei Wandertage, die Kleidung der Witterung anzupassen. Die Heimreise nach jedem Aktionstag soll privat organisiert werden.

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