Die Versöhnung steht im Mittelpunkt
Das Programm der Woche der Brüderlichkeit haben am Freitag vorgestellt (v.l.): Werner Fischer, Andrea Kuhr, Dieter van Stephaudt, Mathilde Pieper, Julia Huerkamp, Heinz Aden, Dietmar Hecht, Christoph Wessels und Cristina Loi.

Gerade in diesem Jahr 2014, in dem das Gedenken nach 100 Jahren dem Ersten Weltkrieg, nach 75 Jahre dem Zweiten Weltkrieg und nach 25 Jahren dem Mauerfall gilt, ist es den Mitgliedern des Forums Brüderlichkeit in Ahlen gelungen, ein ebenso interessantes wie informationsreiches Programm aufzustellen.

Mit drei Filmen bietet die Woche ausführliche cineastische Einblicke in das Thema. Die Dokumentation „Das radikal Böse“ befasst sich dabei mit der Frage, wie aus ganz normalen Familienvätern Massenmörder werden, die auf Befehl Frauen, Kinder und sogar Babys töten. Die anschließende Diskussion mit dem Filmproduzenten Wolfgang Richter verspricht außergewöhnliche Erkenntnisse.

Der Film „Die Bücherdiebin“ mit internationaler Starbesetzung erlebt in Ahlen sogar seinen Bundesstart. Er handelt von einer jungen Frau, die im Zweiten Weltkrieg ihre Familie verliert und bei Pflegeeltern das Lesen und die Magie der Wörter entdeckt. Der dritte Film, „Hannas Reise“, ist unter anderem ein humorvoller Blick auf den Schüleraustausch zwischen Deutschland und Israel. Außerdem gibt es drei Vorträge mit anschließender Diskussion, zum einen mit Günter B. Ginzel, der israelische und palästinensische Eltern vertritt, die im Nahostkonflikt ihre Kinder verloren haben.

Den zweiten Vortrag hält Winfried Nachtwei zum Thema „Nachbarn von nebenan – verschollen in Riga“, und der dritte Vortrag von Jasmin Hartmann, Mitarbeiterin der staatlichen Kunstsammlung Dresden, beschäftigt sich mit Beutekunst. Musikalisch wird ein Klezmer-Konzert der Sonderklasse von der Kulturgesellschaft im Saal Sandgathe angeboten mit „A Trickle in The Heart und Deborah Strauss“ und „Voices of Ashkenaz“. Ein interaktives Internetprojekt von Schülern des Gymnasiums St. Michael rundet das Programm ab und bindet die junge Generation in die Woche der Brüderlichkeit ein. Gegenstand der technisch aufwändigen Produktion ist das Supergedenkjahr 2014. Hier kommen das Ehepaare Moszkovicz, Andre Dadieu sowie Arthur Miller und seine Frau Inge Morath zu Wort.

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