Die Woche der Brüderlichkeit in Ahlen 
Bild: Niemeyer
Haben die Woche der Brüderlichkeit zusammen geplant: (oben v. l.) Friedrich Löper und Mathilde Piepen vom Forum für Brüderlichkeit, Rainer Legant von der Fritz-Winter-Gesamtschule, Tobias Meemann vom Städtischen Gymnasium, (unten v. l.) Iris Berghoff von der Mayerschen Buchhandlung, Nadine Köttendorf von der Volkshochschule Ahlen, Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Lars Koenig, Leiter der Familienbildungsstätte.
Bild: Niemeyer

Im Pressegespräch am Dienstag in der Familienbildungsstätte (FBS) schwingt immer wieder ein Wunsch mit: Auch junge Menschen sollen angesprochen werden und sich für den Austausch zwischen Christen und Juden interessieren, sich darüber informieren und vielleicht sogar einsetzen. Daher sind auch das Städtische Gymnasium und die Fritz-Winter-Gesamtschule mit an Bord.

Grundstein für Verständnis und Toleranz

„Demokratie-Erziehung und Menschenrechts-Erziehung sind ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit“, versichert Gesamtschullehrer Rainer Legant. Da steigt auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger ein: „In den Schulen legen wir den Grundstein für Verständnis und Toleranz“, sagt er.

Im Programm setzt sich das wie folgt um: Schüler bekommen zu allen Veranstaltungen ermäßigten Eintritt, mit Ausnahme einer Lesung müssen sie jeweils nur zwei Euro zahlen. „Ein fast schon symbolischer Betrag“, wie Nadine Köttendorf von der Volkshochschule (VHS) findet. Außerdem werden in den Schulen Zeitzeugengespräche mit Liesel Michel-Binzer geführt; sie ist Überlebende des Ghettos Theresienstadt. Selbstverständlich seien auch Nicht-Schüler zu diesen wertvollen Gesprächen eingeladen, wie die Verantwortlichen betonen.

Lehrer-Fortbildung

Um den Unterricht und Ahlener Stadtgeschichte besser verknüpfen zu können, wird es im Rahmen der Aktionswoche sogar eine Fortbildung nur für Lehrer geben. Sie setzt sich mit der Geschichte der Juden in Ahlen auseinander. Insgesamt bietet das Programm der Woche der Brüderlichkeit einen Mix aus Vorlesungen, Filmvorführungen, Vorträgen und einem Ausflug zur Villa ten Hompel in Münster. „Das ist sicherlich ein Höhepunkt“, sagt Bürgermeister Berger, der nach eigenen Angaben selbst schon die Villa besucht habe, in der sich mit der Geschichte des jüdischen Lebens zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt wird.

Theaterfahrt im April

Damit Ahlener an möglichst vielen Veranstaltungen teilnehmen können, haben es die Organisatoren mit der „Woche“ nicht so genau genommen. Insgesamt finden 13 Veranstaltungen im Zeitraum von Sonntag, 8. März, bis Freitag, 27. März, statt. Am Sonntag, 19. April, schließt sich eine Theaterfahrt nach Münster an.

Das Programm

Neben den Veranstaltungen gibt es in der Woche der Brüderlichkeit noch eine Literaturausstellung in der Mayerschen Buchhandlung und der Stadtbücherei zum Thema. Folgend alle Aktionen im Überblick.

Sonntag, 8. März, 17 Uhr, Interreligiöses Museum im Goldschmiedehaus: Eröffnungsveranstaltung mit Dirk Neubauer: Das Problem sind wir – Ein Bürgermeister in Sachsen kämpft für die Demokratie. Neubauer selbst ist seit 2013 Bürgermeister der sächsischen Kleinstadt Augustburg und erzählt von Intransparenz und Politikverdrossenheit in seiner Stadt.

Montag, 9. März, 19 Uhr, Aula St.-Michael-Gymnasium: Anders als du glaubst – Ein Theaterstück über Juden, Christen, Muslime und den Riss durch die Welt.

Dienstag, 10. März, 16 Uhr: Lehrerfortbildung zur Geschichte der Juden in Ahlen mit Buchautor Dr. Hans Gummersbach.

Vorlesenachmittag

Dienstag, 10. März, 16.30 Uhr, Stadtbücherei: Vorlesenachmittag für Kinder: „Ayshes Mama trägt ein Kopftuch“.

Donnerstag, 12. März, 19 Uhr, Cinema Ahlen: Filmvorführung „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“.

Tagesexkursion

Sonntag, 15. März, 9.30 Uhr Tagesexkursion zur Villa ten Hompel in Münster mit Heinz Aden. Vor Ort führt Ruth Frankenthal in die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Münster ein, bevor die Villa mit ihrer Ausstellung besichtigt wird.

Montag, 16. März, 19 Uhr: Cinema Ahlen: Filmvorführung „Synonymes“.

Dienstag, 16.30 Uhr, Stadtbücherei: Vorlesenachmittag für Kinder: „Als Herr Babel (k)einen Turm baute“.

Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, Lohnhalle der Zeche Westfalen: Lesung Christian Berkel: Der Apfelbaum. Der Schauspieler liest aus seinem Familienroman, in dem er die Erlebnisse seiner Vorfahren zur NS-Zeit aufbereitet und ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit darstellt.

Mit Musik durch die Stadt

Samstag, 21. März, 10 Uhr, Familienbildungsstätte: Historiker Dr. Hans Gummersbach führt unter dem Motto „Auf den Spuren der Juden in Ahlen“ durch die Stadt und wird dabei musikalisch von Axel Ronig und Mötte Gerullis begleitet.

Montag, 23. März, 19 Uhr, Cinema Ahlen: Filmvorführung „Tel Aviv On Fire“.

Dienstag, 24. März, bis Donnerstag, 26. März: Zeitzeugengespräche mit Liesel Michel-Binzer und Historiker Matthias M. Ester in den Ahlener Schulen.

Sonntag, 19. April, 16.30 Uhr: Theaterfahrt nach Münster: „Izzeldin Abuelaish – ich werde nicht hassen“.

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