Drei Urnengänge sind ein Kraftakt
Bild: Lange
Beim ersten Bürgerentscheid in Ahlen am 16. August liefen bei Silke Fischer von der Stadtverwaltung alle Fäden zusammen. Die Dolbergerin ist im Rathaus zuständig für Wahlen.
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Die Verwaltungsmitarbeiterin nimmt die Resultate aus den Stimmbezirken entgegen und projiziert diese an die Wand im Ratssaal. Spätestens um 19.30 Uhr steht fest, dass die NS-belasteten Straßennamen in Ahlen bleiben. Freude bei den Verantwortlichen der Bürgerinitiative. Lange Gesichter bei Politikern, die die Straßen umbenennen wollten.

Drei Urnengänge innerhalb von sechs Wochen im Jahr 2015 – das war für die Verwaltung in Ahlen ein Kraftakt. So sieht es auch Silke Fischer, die im Rathaus für Wahlen zuständig ist. „Wir haben damit gerechnet, dass es bei der Bürgermeisterwahl zu einer Stichwahl kommt“, sagt die Dolbergerin. Denn am 13. September seien drei Kandidaten angetreten.

Für alle drei Abstimmungen waren in der Verwaltung umfangreiche Vorbereitungen und Nachbereitungen nötig. So musste zum Beispiel für den allerersten Bürgerentscheid Ahlens eine Satzung geschrieben werden, die das Verfahren zur Durchführung genau festlegt.

Für den Bürgerentscheid wurden die 22 Stimmbezirke der Bürgermeisterwahl zu sieben Bezirken neu zugeschnitten. „Aus Kostengründen“, wie Fischer betont. „Zum ersten Mal gab es auch im Rathaus ein Wahlbüro“, erläutert die Verwaltungsmitarbeiterin. Auch wurden Wahlbenachrichtigungen verschickt, das Briefwahlbüro wurde eingerichtet.

Egal ob Bürgerentscheid oder Bürgermeisterwahl – der Freitag vor einer Abstimmung ist immer gleich: Bis 18 Uhr kann man im Abstimmungsbüro im Rathaus per Briefwahl seine Stimme abgeben. Danach erstellt die Verwaltung für jeden Stimmbezirk das Wählerverzeichnis. Darin befinden sich die Namen der am Wahltag wahlberechtigten Bürger. Jeder Stimmbezirk bekommt laut Fischer eine Mappe mit Material. Darin enthalten seien auch eine Wahlbekanntmachung und Pfeile zum Aufhängen, die den Bürgern den Weg zum Wahllokal wiesen. Mitarbeiter des Bauhofs brächten die Mappen und die Wahlurnen in die Wahllokale, berichtet Fischer.

Wer am Wahltag einem der Kandidaten seine Stimme gibt, der macht sich wahrscheinlich keine Gedanken über die Farbe von Wahlscheinen und Umschlägen. Doch Silke Fischer tut dies. So müssten die Umschläge zu 98 Prozent blickdicht sein.

Bei Silke Fischer laufen alle Fäden zusammen

Die Wahlabende selbst verbrachte Silke Fischer im Ahlener Rathaus. Bei ihr liefen alle Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken zusammen. Aus dem jeweiligen Bezirk kam nach dem Auszählen der Stimmen per Telefon eine Schnellmeldung. „Und das Ergebnis wird sofort mit einem Computersystem erfasst.“

Ein Wahlsonntag endet für die Dolbergerin zwischen 22 und 22.30 Uhr. Die letzte Amtshandlung: Übermittlung der Ergebnisse an den Kreis Warendorf und an das Land NRW.

Nach einer Abstimmung ist Silke Fischer zumeist noch bis zum Donnerstag mit der Nachbetrachtung beschäftigt. So kontrolliert sie beispielsweise die Niederschriften aus den einzelnen Stimmbezirken.

Darin halten die Wahlhelfer nicht nur die Ergebnisse fest, sondern auch besondere Vorkommnisse, zum Beispiel, ob jemand den Ablauf gestört hat.

Ganz zum Schluss wandern die Urnen und das Material in den Wahlkeller im Rathaus. „Wahlzettel bewahren wir mindestens sechs Monate auf“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin.

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