Ein Ahlener lehrt das Fürchten
Der Ahlener Tom Dittmann (46) lebt seit 2006 in Hamburg und arbeitet als Schauspieler bei der Grusel-Show im Dungeon.

Geboren in Hamm-Heessen, wuchs Dittmann in Ahlen auf. Er studierte Theaterwissenschaften an der LMU-München, besuchte anschließend die Athanor Akademie in Burghausen und Workshops in Polen, um das Schauspiel von Grund auf zu lernen. Nach Abschluss seiner Ausbildung trat Dittmann unter anderem im Landestheater Salzburg, bei den Luisenburg Festspielen in Wunsiedel und am Alten Schauspielhaus Stuttgart auf. Auch im „Tatort“ hatte er schon eine kleinere Rolle.

2006 zog es Dittmann mit seiner großen Liebe nach Hamburg. Dort entdeckte er die Gruselshow im Dungeon für sich. „Ein Rundgang zog mich sofort in den Bann“, sagt der Ahlener. „Schon die Vorbereitung aufs Casting machte wahnsinnig Spaß. Ich liebe die extreme Achterbahnfahrt zwischen Horror und Lachen.“ Noch im selben Jahr wurde Dittmann fester Bestandteil der Darstellergruppe. Die Schauspieler schlüpfen in historische Rollen, hauchen so der Geschichte Leben ein und lassen die Besucher aktiv am Geschehen teilhaben.

So kommen kuriose Begebenheiten zutage, wie Dittmann schildert: „Im Folterkäfig entlockte ich einmal einer Besucherin ihr größtes Geheimnis: Sie war im vierten Monat schwanger und hatte es ihrem Freund noch nicht gesagt. Dem entwich ein leiser Fluch. Doch dann befreite er sie aus dem Käfig, küsste sie und sagte, er wollte sie doch nur erschrecken – schließlich waren sie im Dungeon. Die anderen Gäste applaudierten. Das war sehr schön.“

An seinem Beruf mag Dittmann besonders die Gesichter der Besucher im Wechselbad der Gefühle und die Kollegialität sowie emotionale Verbundenheit mit den Mitarbeitern. Und die Stationen in der Gruselshow sagen ihm alle zu. „Die verrückteste ist allerdings die Geschichte des Klabautermanns“, sagt er. „Da liegen Komik und Grusel hoch dosiert beieinander – und das macht den Reiz aus.“

Beruflich träumt Dittmann zudem von klassischen Rollen: „Irgendwann einmal will ich alle Stücke von Shakespeare, Marlowe, Lessing, Schiller, Kleist und Büchner auf der Bühne gespielt haben.“

Mehr im „AT“ vom 24. März!

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