Ein Schnelltest „im Vorbeifahren“
Christian Wolff
Die Optik erinnert ein wenig an den Gourmetmarkt am Werseufer, doch der Ort auf dem Parkplatz am Wersestadion lässt schon darauf schließen, dass der Hintergrund ein anderer ist: Am Dienstag geht hier das Covid-19-Schnelltestzentrum an den Start.
Christian Wolff

Unter den weißen Dächern der Partyzelte geht es in normalen Zeiten selten um ernste Angelegenheiten. Doch in diesem Fall verbindet sich das Ernste mit einer guten Nachricht: Bußmanns Apotheken bauen derzeit unter ärztlicher Leitung der MIGA Gmbh Markus Koyro ein Covid-19-Schnelltestzentrum am Wersestadion auf.

„Kein Fest ohne Test“ lautet das Motto, das rundherum am Zaun transparent gemacht wird. „Wir absolvieren am Montag den ersten Testlauf und wollen ab Dienstag Schnellteste anbieten“, sagt Matthias Bußmann gegenüber unserer Zeitung. „Damit wollen und können wir mehr Sicherheit und Schutz beim Zusammentreffen mit Angehörigen, Freunden, Arbeitskollegen im Rahmen der geltenden Pandemieregelungen schaffen – das haben wir uns als Ziel gesetzt.“

Das Zentrum wird als sogenannte „Drive-Thru-Anlage“ auf dem Parkplatz des Wersestadions an der August-Kirchner-Straße aufgebaut. „Der Kunde kann während der gesamten Zeit im Auto sitzen bleiben. Das hat den Vorteil, dass bis auf den Abstrich selber alles kontaktlos stattfinden kann.“ Die Testbuchung laufe sicher, datenschutzkonform und schnell über die Internetseite der Bußmann-Apotheken. Wer sich online anmeldet, zahlt 35 Euro, sonst kostet die Testung vor Ort 40 Euro, so Bußmann. Gezahlt werde direkt online per „Paypal“, Kreditkarte oder vor Ort.

Wer getestet wird, fährt mit dem Pkw auf das Gelände und hält an der Anmeldung. Beachten: Im gesamten Testzentrum besteht Maskenpflicht, auch im Fahrzeug, mit Ausnahme für den Moment der Probenahme. Nach dem Abgleich der Anmeldung erhalten die Bürger ein Informationsblatt mit persönlicher Testnummer. „Dann führt unser erfahrenes medizinisches Fachpersonal schmerzlos den Nasenabstrich unter strengen Hygienebedingungen durch“, sagt Matthias Bußmann. Danach kann das Testgelände wieder verlassen werden. „Das Ganze dauert nur einige Sekunden. Der von uns verwendete Test ist beim deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet.“ Der Schnelltest biete gute Hinweise, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt bzw. die Testperson zum Testzeitpunkt ansteckend ist.

Das Ergebnis bekommt der Getestete nach gut 60 Minuten per E-Mail übermittelt. Im positiven Fall werden die Daten direkt an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet (Gesetzesvorgabe gemäß IfSG §6); häusliche Quarantäne gilt umgehend. Ein PCR-Test ist dann zusätzlich notwendig, wofür der Hausarzt aufgesucht werden muss. Stellt sich das Ergebnis als negativ heraus, passiert nichts. Bußmann: „Es bedeutet lediglich, dass zur Zeit der Probeentnahme kein Virusprotein nachgewiesen werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand infiziert oder infektiös ist, ist somit geringer.“ Allerdings sei eine Infektion damit nicht völlig ausgeschlossen. „Das beste Mittel ist weiterhin, sich an alle Abstands- und Hygieneregeln zu halten.“

Testen lassen können sich Personen ab 16 Jahren, die symptomfrei sind. Wer Symptome hat, die auf eine Coronainfektion hinweisen – Husten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns – muss direkt den Hausarzt informieren.

von Christian Wolff

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