Einander mit Wertschätzung begegnen
Bild: Werner
Sie trugen beim Neujahrsempfang in Ahlen eine Friedensbotschaft vor und entzündeten eine Kerze: (v. l.) Pfarrer Willi Stroband (Katholische Kirchengemeinde Ahlen), Ilkay Danismaz (Ditib Ahlen), Johanna Abraham (Syrisch-Orthodoxe Gemeinde St. Georg Ahlen), Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Pfarrerin Martina Grebe (Evangelische Gemeinde Ahlen) und Sharon Fehr (Vorsitzender Jüdische Gemeinde Münster).
Bild: Werner

„Gib mir die richtigen Worte“, mit diesem Lied hatte der Chor Querbeet unter der Leitung von Martin Göcke auf das Programm eingestimmt. Die richtigen Worte versuchte als erster Bürgermeister Dr. Alexander Berger zu finden. Und er ging gleich in medias res, als er seinen Zuhörern einen „Toleranzwagen“ im Düsseldorfer Karneval vorstellte. Arm in Arm schunkeln auf ihm eine evangelische Pfarrerin, ein jüdischer Rabbiner, ein katholischer Priester und ein muslimischer Imam. Sie tragen rote Pappnasen, freuen sich und feiern Karneval. „Ja, so leicht kann interreligiöser Dialog aussehen und beschrieben werden“, stellte Dr. Alexander Berger fest.

Im Miteinander der Religionen gebe es in Ahlen Gesprächsbedarf, zumal sich eine deutliche Mehrheit aller Ahlener nach wie vor zu einem Glauben bekenne. „Daraus leitet sich ab, dass unsere Stadtgesellschaft zum Gelingen nicht nur Toleranz üben muss im Verhältnis der Religionen und Gläubigen zueinander. Lieber wäre mir an ihrer Stelle eine aufrichtig gemeinte Akzeptanz. Das heißt, Menschen und ihren Glauben annehmen, so wie sie sind. Und sie nicht nur im besten Sinne ertragen oder hinnehmen“, so der Bürgermeister.

Sein Wunsch für das neue Jahr sei, dass sich die Menschen in Ahlen über alle kulturellen und religiösen Unterschiede hinweg, mit Wertschätzung und Anerkennung begegneten. Die kirchlichen Gemeinschaften seien Mitgestalter des gesellschaftlichen Lebens in Ahlen. Ein partnerschaftliches Miteinander zwischen den Kirchen und der Kommune müsse sich immer neu bewähren. Ein gutes Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit gebe es beispielsweise bei den Kindertagesstätten. „Ich glaube, dass das Wissen um das, was der andere glaubt, und wie Religion sein Handeln bestimmt, es uns leichter macht, auf Angehörige anderer Religionen ohne Scheu und gleichzeitig respektvoll zuzugehen“, meinte Dr. Berger, bevor er auf das Jahr 2018 zurückblickte.

Mehr in der Ausgabe vom 19. Januar 2019

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