„Eine traurige Stunde für die Kunst“
Bild: Gieske
Nach sieben langen Jahren, die der Dino ungestört im Ahlener Zechenpark verbringen durfte, musste er nun aus Sicherheitsgründen weichen.  Der Künstler Angelo Monitillo nahm die Skulptur in seine Heimatstadt Rietberg mit. Das Bild zeigt (v. l.) Nazif Yilidi, Hazel Celik, Manfred Brückner sowie Angelo Monitillo
Bild: Gieske

„Dort stehen ja schon viele meiner Skulpturen, und noch nie hat sich irgendjemand daran verletzt“, meint Monitillo enttäuscht.

Hintergrund der Abbauaktion durch den Künstler selbst sowie Manfred Brückner, der sich bis zuletzt vehement für den Verbleib des Dinos eingesetzt hatte, ist die Anordnung der Stadt, die Skulptur zu entfernen, da sie eine Unfallgefahr für dort spielende Kinder darstelle. Rund ein Dutzend Bürger verfolgten mit ihren Kindern den Abbau des Dinos am Samstagmorgen unter Protest. „Es ist eine Respektlosigkeit vonseiten der Stadt gegenüber dem Künstler, der die Skulptur Ahlen 2005 sozusagen als Geschenk überlassen hat“, kommentierte Sabine Gisecke-Hellweg die städtische Anordnung.

Auch andere Bürger empfanden die Entfernung des Dinos nach sieben Jahren aufgrund „einer fadenscheinigen Begründung“ als Hohn. „Ich gehe hier oft mit meinem Hund an der Zeche entlang spazieren. Die Dinoskulptur ist da ein fester Bestandteil geworden. Dass das Dinogebiss zu scharf und damit zu gefährlich sei, um in der Nähe eines Kinderspielplatzes zu stehen, halte ich für lächerlich. Die Zacken sind keineswegs scharf, und Gefahren kann man für Kinder eigentlich nie irgendwo ausschließen“, meinte Marion Große-Heitfeld, die mit ihrem Ehemann Jürgen den Weg zum Zechenpark auf sich genommen hat, um ihr Missfallen gegen den Abtransport des Dinos kundzutun.

Die Enttäuschung war vor allem Manfred Brückner ins Gesicht geschrieben, als der rostfarbene Dino abfahrbereit auf dem Transporter steht. „Mit diesem Dino wollten wir die ganz Kleinen für Kunst begeistern, und dies ist uns damit auch gelungen“, so Brückner. Oftmals diente die Skulptur auch Schülern als Kunstprojekt. So begrüßte Brückner besonders Nazif Yildiz (17) und Hazel Celik, zwei ehemalige Schüler seiner Kunstprojekttage an der Gesamtschule, die dem Dino ebenfalls das „letzte Geleit“ gaben.

 „Eine traurige Stunde für die Kunst und eine noch traurigere für die Stadt Ahlen“, stellte eine Anwohnerin enttäuscht fest.

SOCIAL BOOKMARKS