Einsparungen werden zum Bumerang
Bild: Wittmann
Vergabeverstöße bei einem Hausumbau, den Vergleich mit der Stadt Ahlen und Bestrebungen zur Schadensbegrenzung erläuterten seitens des Caritasverbandes Birgit Marquardt (stellvertretende Geschäftsführerin) und Geschäftsführer Heinrich Sinder.
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Denn der Caritasverband versucht laut Geschäftsführer Heinrich Sinder, das Geld oder zumindest einen Teil davon vom betreuenden Architekten wiederzubekommen.

Der Architekt hatte versucht, beim Umbau Geld zu sparen. Doch dies kommt letztlich dem Caritasverband wie auch der Stadt teuer zu stehen. Sinder erläuterte am Mittwoch den Fall, der kürzlich ein Nachspiel vor dem Verwaltungsgericht in Münster hatte, aus Sicht des Caritasverbandes.

Zur Vorgeschichte: Um einen sozialen Brennpunkt aufzulösen, hatte der Caritasverband das Haus am Südberg von der Stadt gekauft und es zu Wohnzwecken umbauen lassen; Fertigstellung war im März 2007. Die Baukosten seien ursprünglich mit 330000 Euro veranschlagt gewesen. Das Projekt sei als Maßnahme eines Gesamtpakets für den Ahlener Süd-Osten vom Land mit 90 Prozent gefördert worden, zehn Prozent steuerte der Caritasverband als Eigenanteil bei. Das Ganze sei letztlich günstiger geworden, da der Architekt nach der Ausschreibung durch Nachverhandlungen die Kosten um 24000 Euro habe senken können – im Sinne eines wirtschaftlichen Umgangs mit öffentlichen Mitteln, wie Sinder, der damals noch nicht Caritasverband-Geschäftsführer gewesen ist, betonte.

Doch die Einsparungen erwiesen sich als Bumerang. Die Nachverhandlungen seien, so Sinder, nicht dem Regelwerk entsprechend gelaufen, „da mangelt es an Dokumentation und Transparenz“. Das fiel auch der Bezirksregierung auf, und die forderte wegen der Vergabeverstöße die Stadt auf, pauschal einen Teil der gewährten Zuschüsse zurückzuzahlen, nämlich 165000 Euro. Die Stadt zahlte und wollte das Geld vom Caritasverband erstattet haben. Dieser rechnete indes genau nach und kam auf eine andere Summe. Von den 165000 Euro sind laut Sinder 20000 Euro unstrittig, da der Umbau ja günstiger ausgefallen sei. Es gehe also um eine reale Rückforderung von 145000 Euro.

Die Bezirksregierung habe fünf Gewerke mit einem Wert von 107000 Euro beanstandet, so dass nach Abzug des Eigenanteils knapp 97000 Euro blieben, die die Caritas zurückzahlen müsse. Bei der Stadt bleiben, da sie die pauschale Rückforderung der Bezirksregierung ohne Einzelfallprüfung anerkannt hat, 50000 Euro hängen.

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