Energieausweis richtig verstehen lernen
Mit einer neuen Informationsschrift wollen Energieberater Joachim Rölfing und die Leiterin der Verbraucherberatungsstelle Ahlen, Anne Schulze Wintzler, den Dschungel rund um den Energieausweis lichten. Bild: Knöpker

Es gebe vielfach  Unkenntnis bei Vermietern und Mietern. „Wenn ein Haus den Energiekennwert 99 kWh/m2 hat – ist das dann gut oder schlecht? Fragen wie diese stellen sich Leser von Immobilienanzeigen verstärkt, seit es Pflicht ist, diese Angaben in Vermietungs- und Verkaufsanzeigen zu machen“, erklärt Joachim Rölfing. Der Energieberater hat nach einer Umfrage festgestellt, dass bei rund 40 Prozent der Zeitungsanzeigen und Aushänge bei Maklern und Geldinstituten der Hinweis auf den Energieausweis fehle. Die Verbraucherzentrale NRW hat dafür 1700 Angebote aus Ahlen und 46 weiteren Städten untersucht. Doch auch in den Fällen, wenn der Kennwert vorhanden sei, sei er noch nicht selbsterklärend.

Ob der genannte Wert gut sei oder nicht, komme drauf an, sagt der Experte. Typische Neubauten mit moderner Heizung und guter Dämmung lägen aktuell bei 50, Altbauten rangierten dagegen im dreistelligen Bereich und könnten so einen niedrigen Wert wie die 99 ohne extrem aufwendige Sanierung gar nicht erreichen. Entsprechendes gelte für die Effizienzklassen A+ bis H. Welche Bedeutung die 99 habe, hänge auch von der Art des Ausweises ab: Bedarfs- oder Verbrauchsausweis. „Der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger und bringt besser vergleichbare Werte, weil er auf objektiven Gebäudedaten beruht“, sagt der Energieberater. Der Verbrauchsausweis verrate dagegen mehr über das Heizverhalten der Mieter.

Hilfe bei der Deutung von Energieausweisen erhalten Mieter und Käufer in der Verbraucherberatungsstelle. Selbst ausstellen darf die Beratungsstelle den Energieausweis aber nicht.

Informationen unter http://www.vz-nrw.de/energieausweis. Fachleute sind unter der Adresse http://www.energie-effizienz-experten.de zu finden.

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